https://www.faz.net/-hbv-7qwlz

Bezahlen im Urlaub : Was in die Reisekasse gehört

Selfie vor der Akropolis: Die Brieftasche soll dann eng am Körper getragen werden, um Taschendieben keine Gelegenheit zu bieten Bild: dpa

Um im Urlaub immer flüssig zu sein, bietet sich die richtige Mischung aus Bargeld und Karten an. Mit dem falschen Mix kann es dagegen schnell teuer werden.

          Sommerzeit ist Urlaubszeit. Doch ob es das Wassereis am Strand, ein opulentes Abendessen bei einem Glas Rotwein oder ein farbenfrohes neues Kleid ist: Bezahlt werden muss auch im schönsten Sommerurlaub. Nicht überall ist das so einfach wie innerhalb der Eurozone. Egal ob an der italienischen Riviera, der Algarve in Portugal oder an der französischen Côte d’Azur: Überall darf das Geldabheben mit einer Maestro-Karte nicht teurer sein als zu Hause. Kann man also in Deutschland sein Geld kostenlos abheben, gilt das auch in der Eurozone. Die Urlaubsvorbereitung besteht dann also nur darin, zu überprüfen, ob man auch seine Karten und etwas Bargeld eingepackt hat. Doch wenn der Urlaub außerhalb der Eurozone sein wird, stehen schnell mehrere Fragen im Raum: Soll ich vorher Bargeld umtauschen, wie steht es mit Kredit- oder den Girokarten, und was ist eigentlich mit Reiseschecks?

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Grundsätzlich gilt: Geld umtauschen sollte man erst im Reiseland. Lediglich ein kleines Handgeld sollten Reisende vorher dabeihaben, zum Beispiel für das Taxi vom Flughafen zum Hotel. Die Stiftung Warentest empfiehlt dafür einen Betrag von bis zu 150 Euro oder den entsprechenden Betrag in der Landeswährung. Auch fernab von touristischen Zentren sollte man stets Bargeld in der Landeswährung bei sich tragen.

          Das Sicherste ist dann, einmal im Urlaubsland angekommen, Geld an einem Geldautomaten abzuheben. Die Gebühren sind meist überschaubar, und man kann sich im vorhinein über sie informieren. Außerdem werden auch auf jeder noch so kleinen Pazifikinsel entweder Kredit- oder Girokarten akzeptiert – jedenfalls solange das Maestro-Symbol auf dem Plastikkärtchen prangt. Mit ihr können Urlauber bei etwa 14 Millionen Akzeptanzstellen zahlen und an rund 2 Millionen Geldautomaten Bargeld abheben. Mit einer Mastercard-Kreditkarte kommen noch mal 35 Millionen Vertragsunternehmen und zwei weitere Million Geldautomaten hinzu. Bei dem Konkurrenzprodukt von Visa sind es 20 Millionen Akzeptanzstellen und 1,6 Millionen Geldautomaten.

          Die Bank sollte von der Weltreise wissen

          Auf ihren Internetseiten bieten die Konzerne den Urlaubern an, sich vorher darüber informieren zu können, ob am Urlaubsort Geldautomaten und Geschäfte sind, welche Kredit- oder Girokarten akzeptieren. Außerdem lohnt es sich, nachzufragen, bei welcher Partnerbank man im Ausland eventuell kostenfrei Geld abheben kann. So sind Deutsche Bank, Commerzbank sowie Postbank Mitglied in der Cash Group – und damit Partner von vielen großen Banken, auch im Ausland.

          Auch lohnt es sich bei den Kreditkarten sehr, sich vorher über die Kosten zu informieren. Denn oft sind diese hoch, wie diese Zeitung bereits berichtete. Manche Karten haben keine jährliche Gebühr, dafür wird beim Geldabheben eine Provision einbehalten. Andere Angebote kosten eine jährliche Gebühr, dafür ist das Abheben von Geld kostenlos. Ein Geheimtipp ist immer noch die Visakarte der DKB: Mit ihr können Kunden der Bank, egal wo man sich auf der Welt befindet, kostenfrei Geld abheben, außerdem hat sie keine Jahresgebühr. Allerdings wird bei ihr, wie bei vielen anderen Kreditkarten, ein Auslandsentgelt erhoben: Auf jeden Umsatz schlägt das jeweilige Kreditinstitut dann 1 bis 2 Prozent obenauf. Bei kleineren Beträgen sollte man auch eher mit Kreditkarte bezahlen. Bei den Maestro-Karten gibt es oft eine feste Gebühr pro Transaktion von etwa 75 Cent.

          Je nach Bank ist es auch möglich, dass die Karte erst für das Ausland freigeschaltet werden muss. Steht eine längere Weltreise an, bietet es sich an, das Kreditinstitut vorher zu informieren. Denn manche Geldhäuser sind sehr vorsichtig und sperren die Kreditkarte, weil sie den Verdacht haben, sie könnte im Ausland missbraucht werden.

          Reisechecks nur für den Notfall

          Verbraucherschützer raten daher auch, nie nur eine Karte mitzunehmen. Es kann immer etwas passieren. Sei es nun, dass die Karte aus Versehen gesperrt wird, sie einmal defekt ist oder doch überraschenderweise nicht akzeptiert wird. Falls sie nämlich einmal nicht nutzbar ist oder gar verlorengeht, würde es sonst schwer werden, sich mit frischem Barem zu versorgen. Trifft der schlimmste Fall ein und wird die Karte gestohlen, sollte man sie gerade im Ausland sofort sperren lassen. Dazu gibt es eine bundesweite Telefonnummer, die auch im Ausland zu erreichen ist: 0049/116116.

          Je nach Reiseziel kann es sinnvoll sein, auch auf Reisechecks zu setzen. Diese sind sehr sicher. Direkt beim Erwerb müssen diese unterschrieben werden. Das nächste Mal müssen sie unterschrieben werden, wenn sie eingelöst werden. Der Empfänger überprüft dann beide Unterschriften mit derjenigen auf dem Reisepass. Sollten die Reisechecks nicht einem äußerst begabten Unterschriftenfälscher in die Hände fallen, kann man von einer großen Sicherheit sprechen. Außerdem sind sie versichert und werden bei Verlust oder Diebstahl binnen eines Tages ersetzt. Der große Nachteil: Sie sind, verglichen mit Bargeld oder Kartenzahlung, relativ teuer und sollten nur im Notfall eingesetzt werden. Dafür sind sie unbegrenzt lang gültig.

          Ansonsten gilt im Ausland dieselbe Regel wie auch im Inland: Nicht zu viel Bargeld mitnehmen – besser ist es, es im Hotelsafe zu deponieren. Und außerdem sollte man seine Wertsachen nah am Körper tragen. Denn nirgendwo sonst ist es so ärgerlich, sie zu verlieren, wie im Urlaub. Beherzt man diese Regeln, steht der Erholung nichts mehr im Wege.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die „Gorch Fock“ läuft aus ihrem Heimathafen in Kiel aus.

          Insolvenz : Krimi um „Gorch Fock“ und ihre Werft

          Die Sanierung des maroden Segelschiffs „Gorch Fock“ gerät immer weiter zum Krimi. Jetzt meldet die zuständige Werft Insolvenz an – und es ist von rätselhaften Geldflüssen in Millionen-Höhe die Rede.

          Sinkende Exportzahlen : So wichtig ist die Autoindustrie für Deutschland

          Erstmals seit 2009 sinkt der Wert der deutschen Autoexporte. Der drohende Handelskonflikt mit Amerika, der Brexit und neue Abgasvorschriften setzen der Branche zu. Deutschlands wichtigste Branche geht unsicheren Zeiten entgegen.

          Sebastian Rudy : Das Schalker Symbol des Scheiterns

          Der deutsche Nationalspieler erweist sich als Fehlinvestition von Schalke 04. Sogar der lange Zeit sehr nachsichtige Manager verliert nun die Geduld mit Sebastian Rudy. Und der wirkt eher uneinsichtig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.