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Bahnstreik : Das können Sie machen, wenn Ihr Zug ausfällt

  • Aktualisiert am

Ratsuchende Pendler Bild: Reuters

Die Bahnbeschäftigten streiken und legen die halbe Republik lahm. Was können Bahnkunden tun? Ein Überblick.

          2 Min.

          Der Warnstreik der Gewerkschaft EVG hat den Bahnverkehr in Deutschland am Montag weitgehend lahmgelegt. Die Deutsche Bahn hat den Fernverkehr am Montagmorgen bundesweit bis voraussichtlich 9 Uhr eingestellt. Auch danach sei weiter mit erheblichen Beeinträchtigungen zu rechnen.

          Komplett eingestellt ist der S-Bahn-Verkehr in Frankfurt und Berlin sowie der gesamte Bahnverkehr in Bayern und Nordrhein-Westfalen. Was können Bahnreisende tun?

          Alternativen checken

          Die Informationen zu Zugausfällen finden sich auf den Internet-Seiten der Bahn und werden laufend aktualisiert. Da es sich um einen Warnstreik handelt, gibt es derzeit keine Ersatzfahrpläne. Wer ein internetfähiges Mobiltelefon besitzt, kann Informationen auch mobil unter mobile.bahn.de/ris abrufen. Tagesaktuelle Reiseverbindungen mit Echtzeitinformationen gibt es auch in der App DB Navigator und unter bahn.de.

          Telefonisch gibt es Infos bei der kostenlosen Service-Hotline der Bahn unter 08000/996633. Die Nummer ist auch aus dem Ausland anwählbar unter (+49)1806 996633, wobei die anbieterspezifischen Gebühren anfallen. Sie ist derzeit aber sehr stark belastet.

          Vorsicht an Bahnhöfen: Auch Reise- und Ansagezentren werden bestreikt.

          Andere Verkehrsmittel nutzen

          Wenn alle Stricke reißen, müssen Reisende auf andere Verkehrsmittel ausweichen. Viele dürften auf das Auto umsteigen, doch das könnte Geduld erforderlich machen. Wer kein Auto hat, kann auch mit Mitfahrzentralen oder Fernbussen von Stadt zu Stadt reisen. Zur Orientierung gibt es eine Reihe von Fernbussuchmaschinen.

          Fernbusse sind nicht teuer, eine Reise von Hamburg nach Berlin gibt es schon ab 9,99 Euro. Es kann allerdings dauern, in diesem Beispiel beträgt die Fahrtzeit mehr als drei Stunden, mit der Bahn wären es weniger als zwei.

          Eine Mitfahrgelegenheit gibt es etwa bei BlaBlaCar schon ab 7 Euro und dauert etwa ebenso lange. Die letzte Alternative ist wohl ein Last-Minute-Flug, der so kurzfristig allerdings auch sehr teuer werden kann.

          Reise verschieben

          Die Bahn empfiehlt, Reisen nach Möglichkeit zu verschieben. Fahrscheine des Fernverkehrs behielten ihre Gültigkeit bis zum kommenden Sonntag. Zugbindungen seien auch am Dienstag aufgehoben.

          Ticket erstatten lassen

          Die Bahn hat allen Reisenden auf dem Kulanzweg ermöglicht, von der Reise zurückzutreten und sich den Fahrpreis kostenfrei erstatten zu lassen. Für online oder per App gebuchte Fahrkarten gibt es ein Erstattungsformular im Internet.

          Fahrkarten, die in einem Reisezentrum, einer Agentur oder am Automaten gekauft wurden, können nur im Reisezentrum oder einer Agentur erstattet werden.

          Trotzdem pünktlich zur Arbeit kommen

          Arbeitnehmern, die wegen des Lokführerstreiks zu spät oder gar nicht zur Arbeit erscheinen, kann rein rechtlich sogar das Gehalt gekürzt werden. Denn grundsätzlich trägt der Arbeitnehmer das Wegerisiko – das heißt, er hat dafür zu sorgen, rechtzeitig am Arbeitsplatz zu sein. 

          Werden Streiks in den Medien angekündigt, müssten Arbeitnehmer eigenständig Vorkehrungen treffen, um pünktlich zur Arbeit zu kommen. Die Vergütungspflicht des Arbeitgebers zur Zahlung des Lohns entfällt solange, bis der Mitarbeiter seine Arbeit aufnimmt.

          Weitere arbeitsrechtliche Sanktionen haben  Arbeitnehmer im Falle des Streiks von Verkehrsbetrieben aber nicht zu befürchten. Wer nachweislich wegen streikbedingter Ausfälle von Verkehrsmitteln nicht am Arbeitsplatz erscheinen kann, hat dies nicht zu verantworten und kann deshalb auch nicht abgemahnt werden. Die Arbeitnehmer sind allerdings verpflichtet, unverzüglich dem Arbeitgeber mitzuteilen, ob sie später oder gar nicht am Arbeitsplatz eintreffen.

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