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Nobelpreis-Medaille und mehr : Hayek kommt unter den Hammer

Im Jahr 1974 bekam der österreichische Ökonom die goldene Medaille zum Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften verliehen. Bild: ddp Images

Das Auktionshaus Sotheby’s versteigert Gegenstände aus dem Nachlass des liberalen Ökonomen Friedrich August von Hayek. Das wertvollste Stück dürfte eine halbe Million Pfund einbringen.

          Beim Auktionshaus Sotheby’s werden einige Objekte aus dem Nachlass des Ökonomen Friedrich August von Hayek versteigert. Spitzenstück ist die goldene Medaille zum Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften, den der liberale österreichische Ökonom im Jahr 1974 verliehen bekam. Die Medaille samt Urkunde der schwedischen Königlichen Wissenschaftsakademie ist beim Londoner Auktionshaus mit dem Schätzpreis 400.000 bis 600.000 Pfund ausgewiesen. Außerdem kommt die Hayek 1991 von Präsident George H. W. Bush verliehene „Presidential Medal of Freedom“ samt Foto und Briefen unter den Hammer – für 10.000 bis 15.000 Pfund Schätzpreis wird sie angeboten. Glückwünsche kamen damals von wissenschaftlichen Freunden, Forschungseinrichtungen wie der Hoover-Institution sowie der Deutschen Bank.

          Philip Plickert

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Volkswirt“.

          1972 erhielt Hayek von seinen Freunden in der Mont Pèlerin Society, einer Vereinigung von liberalen Ökonomen und Intellektuellen, einen 200-Gramm-Goldbarren anlässlich des 25. Jahrestages der Gründung überreicht. Auch dieser gravierte Goldbarren in einem Etui wird nun bei Sotheby’s verkauft (Schätzpreis 5000 bis 7000 Pfund). Für 3000 bis 5000 Pfund gibt es Hayeks zweibändige Ausgabe von Adam Smiths Klassiker „Wealth of Nations“, gedruckt 1911, mit Anmerkungen am Rand.

          Vergleichsweise günstig ist für 1000 bis 1500 Pfund eine tragbare schwarze Schreibmaschine Hayeks, die er wohl 1933/1934 gekauft hatte. Damals lehrte der 1899 in Wien geborene Ökonom an der London School of Economics und diskutierte heftig mit John Maynard Keynes. Berühmt wurde er durch sein 1944 veröffentlichtes Buch „Der Weg zur Knechtschaft“, in dem er vor einem Verlust der Freiheit warnte, wenn der Staat die Wirtschaft und Sozialsysteme planen wolle und den Wettbewerb auf dem Markt ausschalte. 1960 veröffentlichte Hayek, der damals in Chicago lehrte, sein zweites Hauptwerk „Die Verfassung der Freiheit“. Mitte der siebziger Jahre nahm er einen Ruf an die Universität Freiburg an. Im Freiburger Eucken-Institut stehen heute noch einige Möbel des 1992 verstorbenen Hayek, etwa sein Sofa. Ihm selbst ging es in seinen späten Jahren finanziell nicht allzu gut, da er eine größere Summe mit riskanten Anlagen verloren hatte. Zum Nobelpreis erhalten die Laureaten ein Preisgeld, das nach heutigem Wert etwa einer Million Euro entspricht. Die Ökonomie-Preise werden nicht von Alfred-Nobel-Stiftung, sondern seit 1969 von der Reichsbank gestiftet.

          Schon früher kamen goldene Nobel-Medaillen auf den Markt, die Ergebnisse hingen stark von der Prominenz der Preisträger ab. 2015 ließ die Familie des Ökonomen Thomas Schelling dessen Medaille für 187.500 Dollar versteigern, den Erlös stifteten sie dem „Southern Poverty Law Center“. Zu hoch pokerten die Erben des Spieltheoretikers John Nash. Für stolze 2,5 bis 4 Millionen Dollar wollten sie 2016 Nashs Nobel-Medaille, verliehen 1994, bei Sotheby’s verkaufen, doch zu diesem Preis fand sich kein Bieter. Die Medaille des Physikers Leon Lederman (Preis von 1988) erzielte 2015 in einer Auktion 765.000 Dollar. Die Medaille des Biologen James D. Watson, der die Doppelhelix des Genoms entdeckt hatte, wurde 2014 bei Christie’s sogar für 4,75 Millionen Pfund versteigert. Die Familie des Literaturpreisträgers William Faulkner wollte dessen Medaille von 1949 für eine halbe Million Dollar verkaufen, die Auktion blieb aber erfolglos. Die Friedensnobelpreis-Medaille, die der französische Außenminister Aristide Briand 1926 für seine Rolle bei der (nur kurzfristig erfolgreichen) Versöhnung Deutschlands und Frankreichs nach dem Ersten Weltkrieg erhielt, wurde 2008 für bescheidene 12.200 Euro versteigert.

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