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Mit Handy und Uhr : So will Apple das Bezahlen revolutionieren

Handy am Daumen, Daumen am Hebel: So stellt Apple-Chef Tim Cook sich das Bezahlen vor. Bild: AP

Bezahlen per Handy-Wisch - angekündigt ist das schon lange. Doch bisher hat sich die Technik nicht durchgesetzt. Apples Vorstoß könnte sie bald in die Läden bringen.

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          Im Supermarkt ordentlich einkaufen, und wenn’s ans Bezahlen geht, dann zieht der Kunde einfach das Handy oder die Armbanduhr an der Kasse vorbei und schon fließt das Geld zum Supermarkt? Seit Jahren ist das ein Traum von Technikern, von einigen Bankern und von manchem Kunden, der in der Supermarkt-Schlange darauf wartet, dass der Kunde vorher umständlich das Kleingeld herauszählt. Am Dienstagabend hat Apple einen neuen Versuch angekündigt und dieser hat nennenswerte Chancen, sich durchzusetzen.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Technik dazu ist nicht neu. „NFC“ heißt die englische Abkürzung dafür, auf deutsch ungefähr „Nahbereichs-Kommunikation“ („Near Field Communication“). In vielen Handys mit dem Google-Betriebssystem Android ist sie schon lange eingebaut. Doch wer mit seinem Google-Handy tatsächlich in Geschäften bezahlen will, hat schlechte Chancen und muss doch oft zur Karte oder zum Bargeld greifen.

          Mit Apples neuem Anlauf könnte sich das ändern. Denn Apples Erfolgsaussichten sind aus vier Gründen besser als die von Google.

          Vier Gründe für Apples Erfolgsaussichten

          Erstens geben iPhone-Besitzer schon seit Jahren mehr Geld aus als Eigentümer von Google-Handys. Die Läden können jetzt also viel attraktivere Käufer erreichen.

          Zweitens startet Apple in den Vereinigten Staaten schon mit einer gewissen Zahl größerer Unternehmen, bei denen die Amerikaner häufiger einkaufen: zum Beispiel McDonald's, die Kaufhauskette Macy's oder die Drogerie und Apotheke Walgreens. Das ist eine Strategie, die auch bei einem späteren Deutschlandstart folgen könnte - und dieser wird noch einmal leichter, wenn sich das System in Amerika schon durchgesetzt hat.

          Drittens haben viele Banken in den vergangenen Jahren eingesehen, dass Kunden solche neue Technik wollen und stehen ihr offener gegenüber.

          Der vierte Punkt ist möglicherweise der wichtigste: Apple arbeitet vergleichsweise eng mit Banken und Kreditkarten-Unternehmen zusammen. Google sah sich noch stärker als Konkurrent, der ein eigenes Bezahlsystem aufbauen will. Apple stellt dagegen die Kreditkarten weiter in den Mittelpunkt. Auch das hilft, dass Banken und Kartenfirmen mit größerem Enthusiasmus dabei sind. Diese aber sind es, die den Kontakt zu den Läden haben. Wenn die Banken künftig neue Kartenlesegeräte bewerben, die auch das iPhone verstehen, dann werden die Händler leichter mitziehen.

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          Aber die bargeldlose Gesellschaft bedeutet all das trotzdem noch nicht. Wer keine Datenspur hinterlassen will, muss immer noch Münzen und Scheinen verwenden. Auch Brötchen und Döner wird so schnell niemand mit dem Handy bezahlen. Denn die Banken werden auch künftig ihren Anteil haben wollen. Das war vielen Bäckern bisher schon bei der Kartenzahlung zu teuer. Das wird sich nicht allein durch die Handytechnik ändern, sondern erst, wenn die Banken ihre Gebühren senken.

          Bei mittleren und großen Beträgen, die heute schon oft mit Karte gezahlt werden, hat das Zahlen im Vorbeiziehen jetzt deutlich größere Chancen. Vielleicht profitieren sogar die Besitzer von Google-Handys von dem Apple-Vorstoß. Wenn die Läden sich nun schon mal Bezahlchips ins Haus holen, dann ist die Chance größer, dass sie Googles Bezahlsystem mit akzeptieren.

          Den Google-Servern allerdings scheint  Apples neues Bezahlsystem nicht zu schmecken. Am Dienstagabend zeigten sie für die Suche nach „Apple Pay“ noch Bilder von Apfelkuchen, also von „Apple Pie“. Und wer Apples Webseite dann mal in der Trefferliste hatte, den ließ Google immer noch nicht direkt durch. Sondern zeigte eine Warnmeldung: Die Webseite von Apple Pay könnte ein Betrugsversuch sein.

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