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Holpriger Start : Bar zahlen bei Amazon

Nimmt auch Bares: Internethändler Amazon Bild: Reuters

Seit Juli gibt es auch in Deutschland das neue Angebot „Amazon Cash“. Damit soll es möglich sein, auch bei Amazon bar zu zahlen. Doch die geringe Zahl der Vertragspartner ist eine Hürde.

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          Alle reden von der Abschaffung des Bargelds – aber ausgerechnet ein besonders prominenter Internethändler bemüht sich für sein Geschäft um die Einführung des Bargelds. Das Internetkaufhaus Amazon ist dabei, für seine Kunden eine Möglichkeit aufzubauen, Bücher, Filme und sonstige Bestellungen im Netz auf Wunsch auch mit Bargeld zu bezahlen.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In Amerika, wo das Unternehmen damit schon im April vergangenen Jahres begonnen hatte, nannte sich der Zahlungsweg „Amazon Cash“. Seit dem 31. Juli ist diese Möglichkeit nach Auskunft einer Amazon-Sprecherin nun auch in Deutschland verfügbar: Hierzulande nennt sich das Verfahren „Amazon vor Ort aufladen“.

          Vorabkasse

          Der Mechanismus geht so: Bei dem neuen Amazon-Zahlungsweg handelt es sich um eine Art „digitalen Prepaid-Gutschein“, wie es Horst Rüter vom Handelsinstitut EHI in Köln formuliert. Im Internet unter „Amazon.de/vorortaufladen“ können Amazon-Kunden sich einen personalisierten Barcode erstellen lassen. Diesen können sie dann entweder – ganz konventionell – auf Papier ausdrucken und mitnehmen oder das Smartphone mitnehmen und ihn dort anzeigen lassen.

          Dann muss der Amazon-Kunde in eines der Geschäfte gehen, die sich an dem Vorhaben beteiligen und dort diesen Barcode an der Kasse vorzeigen. Dann kann er dort 5 bis 500 Euro einzahlen. Je nach Geschäft kann zusätzlich eine Tageshöchstgrenze verhängt werden. Der Betrag wird dann dem eigenen Amazon-Konto in Form von Geschenkgutschein-Guthaben gutgeschrieben.

          Das passiert nach Unternehmensangaben innerhalb von 15 Minuten. „Mit dem Guthaben können Kunden dann Millionen Produkte oder digitale Inhalte auf Amazon.de einkaufen“, wirbt das Unternehmen. Irgendein Entgelt, wie beispielsweise bei der Kreditkarte die Kartengebühr, werde für diesen Zahlungsweg nicht fällig.

          Als Werbe-Anreiz bietet Amazon bis zum 31. Oktober eine Art Bonus an: Wer erstmalig 30 Euro bar auf sein Amazon-Konto einzahlt, bekommt einen „Aktionsgutschein“ über 10 Euro gutgeschrieben, den er dann bis zum 30. November zum Online-Shopping einsetzen kann.

          „Viele Leute interessieren sich zumindest dafür“

          In ersten Rezensionen im Internet heißt es, technisch funktioniere das Verfahren bis auf gelegentliche Zeitverzögerungen beim Gutschreiben der Gutschein-Guthaben ganz gut – das Hauptproblem sei, dass es zu wenig Läden gebe, in denen der physische Teil der Amazon-Barzahlung abgewickelt werden könne.

          Die Deutsche Bahn, in deren Bahnhöfen viele der Läden liegen, die sich an dem Programm beteiligen, berichtet von einem grundsätzlich positiven Echo: „Viele Leute interessieren sich zumindest dafür.“ Die Läden, in denen man das Geld einzahlen kann, sind hauptsächlich Bahnhofsbuchhandlungen, Geschäfte für Reisebedarf und Kioske.

          Auf seiner Internetseite bietet Amazon zwar eine Liste der Vertragspartner an, die sich an dem Projekt beteiligen, darunter beispielsweise viele DB Service Stores von Franchisepartnern der Bahn, die Bahnhofsbuchhandlungen Press & Books, sowie die Ketten U-Store, Avec und Cigo. Eine beispielsweise nach Postleitzahlen geordnete öffentlich einsehbare Liste aller mitmachenden Filialen aber fehlt bislang noch – damit ist das Verfahren dann doch umständlich.

          Amazon ist dabei beileibe nicht der einzige Anbieter, der etwas in dieser Art möglich macht. Ein anderes Unternehmen, das ein etwas ähnliches Programm mit Barzahlungen für Internetkäufe aufgebaut hat, ist „Barzahlen.de“. Dieses Unternehmen wirbt allerdings damit, dass es mittlerweile mehr als 12.000 Filialen in Deutschland gebe, von Rewe über dm bis zu Penny, in denen man das Bargeld für Online-Käufe über diesen Zahlungsanbieter einzahlen könne.

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