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Film & Musik aus dem Netz : Hier streamt es sich am besten

Ob Comedy auf dem Mobilgerät oder eine Krimiserie im Fernsehen: Streamingdienste machen alles möglich. Bild: Getty

Netflix, Amazon oder Spotify haben ein schier unerschöpfliches Angebot an Filmen oder Musik. Aber aufgepasst: Für vieles muss man extra zahlen.

          König George VI. hustet sich die Seele aus dem Leib. Die Blutstropfen in der Toilette verheißen dem Zuschauer nichts Gutes. Fast eine Minute dauert die Szene, mit der Netflix in das Leben von Königin Elisabeth II. einführt. Wenig später geht Georges Tochter auf Weltreise – begleitet von Querelen mit ihrem frischgebackenen Ehemann Philip.

          Anna Steiner

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Die historische Serie „The Crown“ ist die bislang teuerste Eigenproduktion des Streamingdienstes, der schon lange kein reiner Streamingdienst mehr ist. Mehr als 100 Millionen Dollar kostete allein die erste Staffel, sechs Staffeln sind geplant. 462 Filme und Serien sind bei Netflix schon entstanden. Neben dem Branchenprimus vertreiben auch andere Anbieter wie Amazon Video oder der deutsche Dienst Maxdome nicht mehr nur vorhandene Fremdproduktionen, sondern produzieren Eigenes. Und das erfolgreich. In diesem Jahr gewannen Produktionen von Netflix und Amazon erstmals einen Oscar. Netflix wurde für den Dokumentarfilm „The White Helmets“ ausgezeichnet, die Amazon Studios wussten mit dem iranischen Film „The Salesman“ zu überzeugen.

          Eine breite Auswahl hat ihren Preis

          Trotz der schieren Marktmacht von Netflix und Amazon – beide kommen zusammen auf etwa 200 Millionen Nutzer – ist das Angebot unübersichtlich geworden. Denn auch Musik wird heutzutage gestreamt: bei Spotify, Deezer oder Tidal zum Beispiel. Und außer nach Kosten und Auswahl stellt sich auch die Frage, auf welchen Geräten die Dienste abrufbar sind.

          Zwar kosten die einzelnen Abos im Monat kein Vermögen und sind daher auch gerade für die junge Zielgruppe erschwinglich. Wer aber Wert auf eine möglichst breite Auswahl an Spielfilmen, Serien und Dokumentationen legt, einen exklusiven Filmgeschmack hat oder einfach wahllos abonniert, kommt schnell auf einen dreistelligen Betrag im Jahr. 284,76 Euro kosten die Abos von Amazon Prime (inklusive Video), Netflix und Spotify in Kombination. Einige Anbieter verlangen für besonders aktuelle Filme und Serien zusätzlich zum Abopreis sogar noch einen Aufpreis. Lohnt sich das?

          In der Musikwelt ist die Antwort einfacher. Hier gibt es im Wesentlichen drei größere Anbieter: Spotify, Apple Music und Deezer. Spotify hat etwas mehr als 30 Millionen Lieder im Angebot, bei Apple Music, Deezer und Amazon Music sind es sogar 40 Millionen. Der schwedische Musik-Streamingdienst Spotify ist unangefochtener Marktführer mit mehr als 140 Millionen aktiven Nutzern. Es gibt eine kostenfreie Variante, bei der der Musikgenuss allerdings durch Werbung unterbrochen wird, und ein Premium-Angebot für 9,99 Euro pro Monat. Bis zu 3333 Songs können dann pro Gerät gespeichert und offline gehört werden.

          Wie bei allen anderen Anbietern auch gibt es die Möglichkeit, Listen zu erstellen und Künstlern oder anderen Nutzern zu folgen. Apple Music ist Spotify sehr ähnlich, in Handhabung und Auswahl. 10 Millionen Lieder mehr zu ähnlichen Konditionen gibt es bei Amazon Music Unlimited und Deezer. Der amerikanische Dienst Tidal, zu dessen Anteilseignern Größen des Musikgeschäfts wie Rihanna und Jay Z gehören, hebt sich von der Konkurrenz etwas ab. Denn er bietet Musik- und Musikvideogenuss mit einer verlustfreien Datenkompression, das heißt in besonders hoher Qualität, an. Dafür muss man aber draufzahlen. Statt 9,99 Dollar im Monat kostet Tidal dann schon 19,99 Dollar im Monat.

          Bei Film und Serie wird es komplizierter. Serienfans sollten genauer hinsehen, denn je nach Anbieter gibt es beim Streaming eine mehr oder minder passende Auswahl. Und obwohl alle Anbieter inzwischen die monatliche Kündigung anbieten und auch Amazon seit kurzem seine Videonutzer nicht mehr an ein Jahresabo kettet, lohnt sich etwas Kalkül vor dem Start. Denn während Amazon seinen zahlenden Kunden nicht alle Serien und Filme zum Abopreis zur Verfügung stellt, sondern für einzelne Werke zusätzlich Geld verlangt, ist bei Netflix alles Vorhandene im Preis inbegriffen.

          Ein Beispiel: Die Kultserie „Breaking Bad“, in der ein Chemielehrer mit seinem ehemaligen Schüler ein Drogenlabor eröffnet, ist bei Netflix inbegriffen, bei Amazon müssen zusätzlich zum Abopreis noch einmal 7,99 Euro für die erste Staffel berappt werden. Die als erfolgreichste Serie geltende HBO-Produktion „Game of Thrones“ ist bei Netflix gar nicht im Sortiment, bei Amazon lässt sie sich immerhin für 2,99 Euro pro Folge oder knapp 15 Euro für die erste Staffel zum Abo dazukaufen.

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