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Altmodisches Zahlungsmittel : Frankreich schafft es nicht, den Scheck abzuschaffen

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Es sind nicht etwa die französischen Privatleute, die ihre Schecks so sehr lieben. Vor allem kleine Unternehmen stellen sich gegen andere Zahlungsmethoden. Bild: Picture-Alliance

Die Franzosen lieben den Scheck. So sehr, dass das altmodische Zahlungsmittel trotz aller Regierungs-Bemühungen eifrig weiter genutzt wird. Das kostet die dortigen Banken im Jahr rund 2,5 Milliarden Euro. Wer zahlt bloß noch mit Schecks?

          In Deutschland ist er schon fast ausgestorben, bei vielen europäischen Nachbarn auch, doch in Frankreich hat der Scheck noch eine Heimat. Trotz aller Bemühungen der staatlichen Institutionen, die Zahlungsmethode zu verdrängen, wollen insbesondere kleine Firmen und Selbstständige nicht von ihr lassen. Erst kürzlich scheiterte die Regierung in der Nationalversammlung mit dem Vorhaben, die Gültigkeit von Schecks auf sechs Monate zu halbieren.

          Dass das Stück Papier in Europa überhaupt noch nennenswert in Nutzungsstatistiken auftaucht, geht fast ausschließlich auf Frankreich zurück. Laut einer Statistik der Europäischen Zentralbank (EZB) entfielen 2015 rund 84 Prozent aller per Scheck geleisteten Zahlungen im Euro-Raum auf Frankreich. Demnach wurden in Frankreich vergangenes Jahr mehr als hundert mal so viele Transaktionen via Scheck abgewickelt als in Deutschland.

          Zwar geht auch im Nachbarland die Schecknutzung immer weiter zurück. 1975 wurden laut der französischen Notenbank noch 75 Prozent aller Zahlungen per Scheck abgewickelt, 2014 waren es lediglich zwölf Prozent. Doch der endgültige Sturz in die Bedeutungslosigkeit lässt bislang auf sich warten.

          „Ein Dinosaurier im Bankwesen“

          Dabei bemüht sich der Staat nach Kräften, dem als teuer und unzuverlässig kritisierten Scheck den Todesstoß zu versetzen. Unter anderem dürfen Zahlungen an Notare über mehr als 3000 Euro ausschließlich per Überweisung beglichen werden. Bei öffentlichen Stellen können nur Schecks mit einem Wert von maximal 300 Euro eingereicht werden. Insgesamt wird versucht, den Zahlungsverkehr mit Behörden und Institutionen stärker auf elektronische Methoden umzustellen.

          Auch in der Finanzwelt wären viele den Scheck gern los. „Das ist doch ein Dinosaurier im Bankwesen“, sagt ein Branchenkenner. Die Banker fragten sich, „wie sie sich davon befreien können“. Hintergrund ist vor allem der große Aufwand für die Bearbeitung der Papierstücke. Im Jahr 2012 schätzte das französische Finanzministerium die jährlichen Kosten für die Banken auf rund 2,5 Milliarden Euro.

          Der Durchschnittsbürger ist nach Darstellung des französischen Verbraucherverbands CLCV nicht das zentrale Problem bei der Beerdigung des Schecks. „Die Privatleute sperren sich immer weniger gegen neue Zahlungsmethoden“, sagt CLCV-Präsident  Rein-Claude Mader. Doch Freiberufler, Selbstständige sowie kleine und mittlere Unternehmen nutzten eben weiterhin gern den Scheck.

          Der Handwerkerverband UPA und der Selbstständigenverband verweisen auf hohe Leihgebühren und laufende Kosten für Zahlungsterminals. „Wenn es Alternativen mit akzeptablen Kosten gibt, werden sie angenommen, aber noch sind wir nicht bereit, die Schecknutzung aufzugeben“, sagt Guilhem Darré vom Selbstständigenverband. Auch Pierre Burban vom Verband UPA kritisiert die Banken - diese hätten bislang keine „einfachen und günstigen“ Alternativen angeboten.

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