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Gefahren im Internet : Betrugsmaschen im Netz - und wie Sie sich schützen

Durchleuchtet: Im Internet gibt man schnell intimste Daten preis. Hier das Röntgenbild eines Laptops. Bild: Getty

Seemann ohne Online-Banking, günstige Markenware oder Dreiecksgeschäfte über Paypal: Überall lauern im Netz Betrüger - und die Tricks werden immer raffinierter. Zum Glück kann man sich schützen. Wir zeigen Ihnen wie.

          6 Min.

          Trick 1:

          Amazons freundliche Helfer

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Auf der Amazon-Internetseite bietet nicht nur Amazon seine Waren an, sondern im „marketplace“ tun das auch viele andere Online-Händler. Darunter tummeln sich zunehmend auch „neue Verkäufer“, die noch nicht lange aktiv sind und wenige Bewertungen aufweisen. Sie locken mit Preisen deutlich unter denen der Konkurrenz. Kauft man dort ein und will bezahlen, scheitert das regelmäßig. Die Läden bieten dann sehr offensiv Hilfe an: Sie fordern zum Kontakt auf, die E-Mail-Adresse ist gut sichtbar direkt am Produkt eingeblendet. Die angeblichen Verkäufer fragen nach Name und Anschrift und bieten an, die Bestellung noch einmal zu plazieren. Dann scheint es zu klappen. Eine E-Mail von Amazon bestätigt den Kauf – eine Fälschung. Man bittet um Überweisung auf ein Auslandskonto. Die Ware wird natürlich nie geliefert, das Geld ist weg. Amazon macht solche Läden nach kurzer Zeit dicht, aber bis dahin haben sie schon einige geschädigt. Und kurz danach tauchen sie unter anderem Namen wieder auf. Die Betrüger schaffen es sogar, ihre „Angebote“ in das Sortiment seriöser Läden zu schmuggeln. Betroffen waren etwa Autoteile-, Musik- oder China-Shops.

          So schützt man sich: Man sollte immer über die Amazon-Seite bezahlen und nicht beim Verkäufer direkt. Vorsicht bei Auslandskonten. Und Läden, die nur Vorkasse anbieten, sollte man meiden. Genauso wie Verkäufer mit wenigen Bewertungen.

          Trick 2:

          Markenware zum halben Preis

          Es ist nur allzu verlockend: Ein teures Markenprodukt für den halben Preis, da kann man schwach werden. Die Internet-anbieter, die das angeblich verkaufen, haben einen seriösen Webauftritt mit Impressum samt deutscher Adresse und Kontaktdaten, Logo des Markenprodukts und einer Webadresse, die der Adresse der bekannten Marke ähnelt. Jüngstes Beispiel war das Kochgerät Thermomix der Firma Vorwerk. Im Netz war es schon für 699 Euro statt für 1199 Euro zu bekommen – auf Seiten wie vorwerk-thermomix-gmbh.com. Die Käufer mussten vorab bezahlen, doch die Ware kam nie an. Besonders clever sind die Betrüger, wenn sie es schaffen, ein deutsches Konto anzugeben. Sie haben dann unbescholtene, leichtgläubige Bürger dazu gebracht, ihr Konto zur Verfügung zu stellen. Ein Trick dabei: Einsame deutsche Männer werden von vermeintlich attraktiven Frauen aus Osteuropa angeschrieben und bleiben über mehrere Wochen in Kontakt. Dann möchte die Dame den Mann gerne einmal persönlich kennenlernen. Aber sie hat kein Geld. Der Herr möge doch bitte sein deutsches Konto anbieten, damit ihr Verwandter, der schon in Deutschland lebt, etwas auf das Konto überweisen kann. Und der Mann solle das Geld dann doch bitte an die betreffende Frau nach Osteuropa weiterüberweisen oder dem Verwandten eine Kontoverfügung geben. Das passiert gar nicht so selten. Über das Konto werden dann in Wirklichkeit Transaktionen der illegalen Internetanbieter abgewickelt.

          So schützt man sich: Meist reicht schon eine E-Mail an die vermeintliche Kontaktadresse, um den Betrug aufzudecken, denn eine Antwort bekommen die Interessenten nicht. Läden, die nur Vorkasse anbieten, sind meist unseriös und sollten gemieden werden. Im Fall des Thermomix muss es sich um Betrug handeln, weil das Gerät neu nur im Direktvertrieb über Vorwerk zu haben ist. Zudem sollte es natürlich ein Tabu sein, seine Kontodaten unbekannten Menschen weiterzugeben. Und wenn man meint, dies unbedingt dennoch tun zu müssen, sollte man zumindest genau hinsehen, von wem und an wen Überweisungen gehen.

          Trick 3:

          Plagiate aus China

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