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Energie : Gasversorger kündigen höhere Preise an

Für Gas müssen Verbraucher bald tiefer in die Tasche greifen. Bild: dpa

Auf dem Gasmarkt zeichnet sich eine Trendwende ab: Nachdem die Preise jahrelang fielen, kündigen mehrere Versorger nun das Gegenteil an.

          Der Gaspreis, den Verbraucher mit einer Gasheizung zahlen müssen, ist seit rund fünf Jahren mehr oder minder kontinuierlich gesunken. Jetzt aber haben mehrere Versorger Preiserhöhungen für die Monate Oktober und November angekündigt, das könnte sich zu einem Trend entwickeln. 22 Versorgungsunternehmen haben für diese Monate Preiserhöhungen von im Durchschnitt 6,7 Prozent angekündigt. Das macht für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden ungefähr 80 Euro mehr im Jahr aus. Lediglich vier Versorger haben dementgegen angekündigt, die Preise in dieser Größenordung senken zu wollen. Das berichtet das Internetvergleichsportal Verivox.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zwischen September 2013 und September 2018 ist der durchschnittliche Gaspreis für einen Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) demnach von 1368 auf 1115 Euro gesunken, was einer Entlastung der Haushalte von 253 Euro im Jahr oder 18 Prozent entspricht. „Viele Verbraucher mit Gasheizungen konnten sich in den letzten Jahren über stetig sinkende Gaspreise freuen“, sagte Mathias Köster-Niechziol, Energiefachmann bei Verivox. Schon in der Grundversorgung der örtlichen Versorger seien die Preise in diesem Zeitraum um 8 Prozent gefallen. Die jeweils günstigsten Tarife der örtlichen Versorger seien um 17 Prozent gefallen. Und die jeweils günstigsten verfügbaren Tarife überhaupt mit empfehlenswerten Konditionen (also etwa ohne Vorauskasse) seien um 34 Prozent gesunken.

          Das Beratungsunternehmen WIK Consult führt den Preisrückgang vor allem auf einen gestiegenen Wettbewerb unter den Erdgas-Anbietern in Deutschland zurück. Anders als beim Strom ist der Anteil der Steuern und Abgaben mit rund 30 Prozent für Erdgas relativ gering. Der Anteil der Kosten für Gaseinkauf, Import und Netznutzung zur Verteilung des Erdgases liegt dagegen bei rund 70 Prozent.

          Früher war der Erdgaspreis an den Ölpreis gekoppelt. 2010 hat der Bundesgerichtshof das für Endverbraucherpreise für unzulässig erklärt. Auf internationaler Ebene gibt es das zum Teil noch, aber seltener als früher. Schon etwa seit dem vergangenen Jahr hat sich nach Berechnungen des Internetportals Check 24 das Preisverhältnis von Öl und Gas zum Heizen umgekehrt. Weil der Heizölpreis stark gestiegen und der Gaspreis stark gefallen ist, sind mittlerweile die durchschnittlich von einem Haushalt zum Heizen benötigten Mengen an Heizöl teurer als die entsprechenden Gasmengen. Das war lange Zeit genau umgekehrt.

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