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Kolumne: „Frag den Mohr“ : Wieso ist die Deutsche Bank noch im Dax?

Lange Tradition, schwierige Zukunft: Zentrale der Deutschen Bank an der Taunusanlage in Frankfurt Bild: Bäuml, Lucas

Jahrelange Ertragsschwäche und Abertausende Gerichtsverfahren spielen keine Rolle. Die Deutsche Börse schaut auf andere Kriterien.

          Zugegeben: Die Aktie der Deutschen Bank ist eine Zumutung für den deutschen Aktienleitindex. Seit Jahren liefert sie nur Kursverluste und belastet damit die Entwicklung des Index. Ihr Niedergang hat aber auch dazu beigetragen, ihre Bedeutung zu marginalisieren. Auf 1,2 Prozent ist ihr Gewicht im Dax geschrumpft. Würde die Aktie komplett wertlos, betrüge das Minus für den Dax also übersichtliche 1,2 Prozent. Dax-Primus SAP mit aktuell rund 13 Prozent Indexgewicht bestimmt das Wohl und Wehe des Index viel stärker.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Warum der Kurssturz der Aktie der Deutschen Bank auf einen Kurs von zuletzt nahe 6 Euro nicht längst zum Rauswurf aus dem Dax geführt hat? Jahrelange Ertragsschwäche und Abertausende Gerichtsverfahren spielen für die Deutsche Börse bei der Auswahl keine Rolle.

          Der Dax stellt nicht die Elite der deutschen Wirtschaft dar und auch nicht die besten Unternehmen. Es ist die Auswahl der meistgehandelten Aktien, und es sind die wertvollsten Unternehmen, gemessen am Börsenwert ihrer frei handelbaren Aktien. Und da gehört die Deutsche Bank immer noch zu den Top 30.

          DT. BANK

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          Ihre Aktie wird sehr rege gehandelt. Hierbei kam sie auf der April-Rangliste der Börse auf Rang 13. Beim Börsenwert war es immerhin noch Rang 21. Die letzte verbliebene Bank dürfte also auch beim Indexentscheid am 5. Juni nicht aus dem Dax genommen werden, sondern dem Index wohl noch etwas erhalten bleiben - es sei denn, sie würde übernommen. Trösten dürfen sich Dax-ETF-Besitzer damit, dass Deutschland in anderen Branchen besser aufgestellt ist. Am oberen Ende der Dax-Rangliste haben sich in den vergangenen Jahren die Kurse von Adidas, Vonovia, Infineon oder der Deutschen Börse mehr als verdoppelt.

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          Daniel Mohr ist Redakteur für Finanzen und freut sich über Ihre Fragen unter fragdenmohr@faz.de

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