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Kolumne: „Frag den Mohr“ : Was mache ich, wenn meine Bank pleite ist?

Grün-weiß ist in Bremen nicht nur der Fußballverein, sondern auch die ortsansässige Pleitebank. Bild: AFP

Bankpleiten sind keine schöne Sache. Für die Privatanleger gehen sie aber meistens glimpflich aus. Andere müssen zittern. Ein schneller Rat in zwei Minuten.

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          Geht Ihre Bank pleite, müssen Sie sich eine andere Bank suchen. Ansonsten dürfte sich der Schaden für Privatkunden in Grenzen halten. Beispiel Greensill Bank: Seit die Bafin Anfang März ein Moratorium über das Institut verhängt hat, kommen die Kunden nicht mehr an ihr Geld. Doch schon am 16. März wurde der Entschädigungsfall festgestellt. Das heißt, die Privatanleger können bald ihr Geld zurückerhalten. Dafür müssen sie nichts tun. Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken bekommt alle Kontaktdaten und setzt sich mit betroffenen Kunden in Verbindung.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          100.000 Euro je Kunden sind so gesichert. Darüber hinaus entschädigt der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken Einlagen bis zu 74,964 Millionen Euro je Einleger. Das dürfte in so gut wie allen Fällen reichen. Sieben Werktage ist die Frist, innerhalb derer entschädigt werden soll. Nach Angaben des Bankenverbandes müssten mittlerweile alle Kunden angeschrieben worden sein, mit der Bitte, eine Kontonummer zu nennen, auf die ihr Geld überwiesen werden soll.

          Das geht wesentlich schneller als zum Beispiel bei der Kaupthing Bank, als zwischen Pleite und Auszahlung mehr als acht Monate des Zitterns und Bangens vergingen. Doch Kaupthing war nicht Teil der deutschen Einlagensicherung und der isländische Staat damals selbst in ärgsten Finanznöten. Kleines Geständnis: Als Kunde der 2010 insolventen Düsseldorfer Noa-Bank kann der Autor dieser Zeilen berichten, dass die Entschädigung schnell und reibungslos funktionierte, inklusive Zinsbescheinigung für das Finanzamt im Jahr danach.

          Anders sieht es für professionelle Kunden wie Banken und Kommunen aus. Die sind von der Einlagensicherung seit 2017 ausgeschlossen. Sie müssen im Insolvenzverfahren ihre Ansprüche geltend machen und bekommen allenfalls einen Teil ihrer Einlagen zurück. Geschützt sind indes die Einlagen von Unternehmenskunden. Die gesetzliche Einlagensicherung ist die gleiche wie für Privatkunden. Die freiwillige Einlagensicherung der Banken darüber hinaus schützt ebenfalls Unternehmen, allerdings mit gewissen Einschränkungen. Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen und seit dem 1. Januar 2020 Einlagen, die länger als 18 Monate laufen, fallen bei Unternehmen nicht unter den Schutz des Einlagensicherungsfonds.

          Aktien und Fonds in Depots von Privatanlegern sind bei einer Bankenpleite besonders sicher. Sie bleiben als Sondervermögen immer im Besitz des Anlegers und sind nicht Teil der Insolvenzmasse. Es muss nur das Depot zu einer anderen Bank übertragen werden.

          Haben Sie Fragen rund um das Thema Geld? Bitte an unseren Redakteur Daniel Mohr unter fragdenmohr@faz.de

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