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Kolumne „Frag den Mohr“ : Was kostet ein Studium?

Derzeit eine Angelegenheit mit viel Abstand: Studierende bei einer Klausur in Frankfurt Bild: Finn Winkler

Auf die Kosten des Studiums sollten sich Eltern früh vorbereiten. Billig wird es nämlich nicht. Ein schneller Rat in zwei Minuten.

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          Einen guten Anhaltspunkt, was ein Studium kosten darf, liefert die Düsseldorfer Tabelle, die sich eigentlich mit Unterhaltsansprüchen für Trennungskinder befasst. Sie hält 860 Euro im Monat für einen angemessenen Unterhaltsbedarf eines Studierenden. Im Jahr wären das 10.320 Euro, und wenn der Nachwuchs den sechs Semestern Bachelor noch vier Semester Master folgen lässt, ergibt sich für fünf Jahre ein Anspruch von 51.600 Euro.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Rechnung unterstellt, dass das Kind während des Studiums außerhalb der elterlichen Wohnung lebt. 375 Euro werden für eine monatliche Warmmiete kalkuliert. Dies ist der größte Kostenfaktor des Studiums. Wer also abschätzen will, was die eigenen Kinder an Ausbildungskosten fabrizieren, der sollte mit ihnen über ihre Wohnabsichten sprechen. Zwingen können die Eltern zu nichts. Sie sind nach § 1610 BGB dazu verpflichtet, die Erstausbildung ihres Kindes zu finanzieren, und das Kind ist frei bei der Wahl von Wohnort und Fachrichtung.

          Das Kind zur Arbeit zu verpflichten ist nicht erlaubt, da dies den Studienerfolg gefährden könnte. Wohl aber ist der Nachwuchs dazu angehalten, sich um Bafög zu bemühen. In einem Rechner zu testen, ob Anspruch besteht, dauert nicht lange. Relevant sind eigenes Einkommen und Vermögen, Einkommen der Eltern, Versorgung von Geschwistern. Studienkredite und Stipendien können helfen. Im Idealfall wird vor einem Studium einvernehmlich geklärt, was Eltern zu zahlen in der Lage sind und was das Kind eventuell selbst beitragen kann.

          Je nach Wahl des Studienortes können sehr viel höhere Mietkosten anfallen. 360 Euro sind der Schnitt in Deutschland, WG-Zimmer und Studentenwohnheime sind günstiger. Auch Lebensmittel, Auto und Handy schlagen zu Buche. Immerhin: Studiengebühren fallen in Deutschland nicht an. Nur wer es richtig teuer mag, schickt sein Kind auf eine Privatuni.

          Haben Sie Fragen rund um das Thema Geld? Bitte an Daniel Mohr unter fragdenmohr@faz.de

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