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Kolumne: „Frag den Mohr“ : Was ist von neuen Unternehmen an der Börse zu halten?

Kursrakete am ersten Handelstag: Führungscrew von Auto 1 im Februar in Berlin Bild: Auto1

Was im Dotcom-Boom 2000 funktioniert hat, klappt heute meist nicht mehr. Dennoch kann der Kauf neuer Aktien lohnen. Ein schneller Rat in zwei Minuten.

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          Aktien zeichnen ist mal Volkssport in Deutschland gewesen. Vor gut 20 Jahren. Dotcom-Euphorie. Für die Jüngeren: Das hat nichts mit Stift und Papier und Malerei zu tun. „Zeichnen“ heißt in der Börsensprache die Bewerbung um den Aktienkauf von Unternehmen, bevor sie an die Börse gehen. Damals wurde jede Internetklitsche an der Börse bejubelt. Also, auf zur Filiale und bei jedem Börsengang Aktien zeichnen! Richtig viele, ohne Limit – und dann hoffen, dass man in der Lotterie zum Zuge kommt und ein paar Aktien erhält. Denn meist versprach schon der erste Börsenkurs üppige Kursgewinne.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Heute ist die Welt eine andere. Keine Bank bietet ihren Kunden noch aktiv das Zeichnen von Aktien an. Es ist aber oft auf Nachfrage auch für Privatanleger noch möglich. Und die Auswahl ist groß. Mehr Tech-Börsengänge als dieses Jahr gab es zuletzt im Tech-Boomjahr 2000. Aber lohnt das Zeichnen von Aktien hierzulande? Die Antwort ist: selten. Der spätere Kauf im Börsenhandel reicht. Die Online-Gebrauchtwagenplattform Auto1 war Anfang Februar eine Ausnahme, als die Zeichner der Aktie zu 38 Euro je Stück zum Zuge kamen und der erste Kurs auf 55 Euro taxiert wurde. Danach sank der Kurs sukzessive bis heute auf 46 Euro.

          Aktuell sind der Linux-Anbieter Suse und die Online-Neuwagenkaufplattform MeinAuto in der Zeichnungsphase. Viel spricht dafür, dass die Banken gute Arbeit gemacht und die Nachfrage richtig eingeschätzt haben. Dann schießt der Kurs zum Handelsstart nicht in die Höhe und sackt auch nicht ab. Entscheidend für den Aktienkauf ist, welches Wachstum den Firmen langfristig zugetraut wird. Wer eine gut funktionierende Glaskugel hat, ist klar im Vorteil. Die HelloFresh-Aktienzeichner haben am ersten Handelstag 35 Cent je Aktie gewonnen. Die 500 Prozent Kursplus kamen erst später.

          Haben Sie Fragen rund um das Thema Geld? Bitte an unseren Redakteur Daniel Mohr unter fragdenmohr@faz.de

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