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Kolumne: „Frag den Mohr“ : Was ist besser: Rente oder Einmalzahlung?

Ein Rentnerpaar geht in Freiburg spazieren. Bild: Picture-Alliance

Alles Geld auf einmal oder lieber in kleinen Raten: Das ist auch eine Frage der Vernunft. Eine schnelle Hilfestellung.

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          Ein Leser, 73 Jahre alt, steht vor der Frage, sich 61.000 Euro aus einer Unfallversicherung auf einen Schlag auszahlen zu lassen oder lebenslang 680 Euro monatlich, also 8200 Euro im Jahr. Seine Mutter (97) lebt noch, und sein Vater wurde 95 Jahre alt, so dass die Wette auf ein langes Leben aufgehen könnte. Schon nach acht Jahren würden die Rentenzahlungen den Einmalbetrag übertreffen. Andererseits erwägt der Leser, die Einmalzahlung in Aktien-ETF anzulegen und so eine ordentliche Rendite zu erzielen, so dass die Einmalzahlung in hellerem Licht erschiene. Oder das Geld an die drei Enkel zu verschenken.

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wer vor einer solchen Frage steht, sollte immer bedenken, dass die regelmäßige Rente das Langlebigkeitsrisiko, wie Finanzmenschen das gerne nennen, am besten abdeckt. Eine Einmalzahlung kann schnell verpuffen, für Autos, Reisen oder im Börsen-Crash untergehen. Die Rente wird aber immer weiter gezahlt. Sie ist also die vernünftigste Variante, um den Lebensstandard auch im biblischen Alter noch bestmöglich zu gewährleisten. Und ausschließen kann niemand, sehr alt zu werden.

          Aber müssen wir immer vernünftig sein? Natürlich nicht, das wäre ja langweilig. Wer also Lebensträume hat, die sich nur so und am besten jetzt verwirklichen lassen, und wenn das sonstige regelmäßige Einkommen zum Leben reicht, der darf natürlich auch gerne den Einmalbetrag nehmen. Das Geld dann allerdings in Aktien-ETF anzulegen, scheint keine gute Wahl. Dann lieber die Rente nehmen und das Geld regelmäßig in einen Aktien-ETF-Sparplan stecken, der ist risikoärmer und renditestärker als die Einmalanlage und zahlt sich im Langlebigkeitsfall so richtig gut aus.

          Also wenn schon Einmalzahlung, dann auch wirklich für das eigene Wohlbefinden investieren. Und was kann es Besseres geben als ein Geschenk an drei minderjährige Enkel? Deren Freude und Dankbarkeit könnte jede Aktienrendite locker übertreffen. Schreibt der Vater von drei minderjährigen Kindern.

          Haben Sie Fragen rund um das Thema Geld? Gerne an unseren Redakteur Daniel Mohr unter fragdenmohr@faz.de

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