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Kolumne: „Frag den Mohr“ : Sollte ich auf Strafzinsen reagieren?

Die Banken wollen sie nicht mehr: Jede Menge liquide Mittel Bild: dpa

Viele Banken zahlen keine Zinsen auf die Geldanlage mehr, sie verlangen sogar Geld dafür. Höchste Zeit, um über die Qualität der Bank und die Geldanlage nachzudenken. Ein schneller Rat in zwei Minuten.

          1 Min.

          Anleger sollten unbedingt auf Strafzinsen reagieren. Sie sind ein guter Anlass, um über die Geldanlage nachzudenken. Das machen viele Leute viel zu selten. Erste Frage: Ist die Bank, die uns da einen als „Verwahrentgelt“ getarnten Strafzins unterjubeln will, noch die richtige? Wenn Zweifel und eine gewisse Wechselbereitschaft bestehen, kann man es darauf ankommen lassen und die neuen Geschäftsbedingungen mit Verwahrentgelt einfach nicht unterschreiben. Mal sehen, was passiert und ob die Bank wirklich die Geschäftsbeziehung kündigt.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Eine zweite oder dritte Bank kann auch sinnvoll sein, um das Vermögen zu streuen und so unter den Vermögensgrenzen zu bleiben, ab denen Banken den Strafzins erheben. Ob der Aufwand lohnt, muss jeder selbst wissen. Für 20.000 Euro bei 0,5 Prozent Minuszins geht es um 100 Euro, die vermieden werden könnten, bei 50.000 Euro um 250 Euro. Diese Zahlen sollte auch vor Augen haben, wen die Bank zum Gespräch bittet, um Alternativen zum Giro- und Tagesgeldkonto auf den Tisch zu legen. Ein Fonds mit 3 Prozent Ausgabeaufschlag ist viel teurer als das Verwahrentgelt von 0,5 Prozent. Zumal danach noch jährlich Fondsgebühren anfallen. Die Kostenfrage sollte jeder seinem Berater unbedingt hartnäckig stellen.

          War die bisherige Geldanlage auf dem Girokonto wohlüberlegt, sollte nur wegen des Strafzinses jetzt nicht alles über den Haufen geworfen werden. Das wurde es ja auch nicht, als der Zins von 3 auf 0 Prozent viel stärker sank. War die bisherige Geldanlage hingegen Ergebnis einer gewissen Trägheit, ist es an der Zeit, um über andere Formen der Geldanlage nachzudenken. Da kann der angebotene Fonds des Beraters durchaus sinnvoll sein. Börsengehandelte Indexfonds (ETF) sind eine günstige Alternative. Generell sind Geldanlagen in Aktie riskanter, aber auch chancenreicher als das Sparbuch. Wer kein Risiko will, muss sich an der deutschen Staatsanleihe mit zehn Jahren Laufzeit orientieren. Die bringt derzeit minus 0,3 Prozent Rendite. Alles, was besser ist, hat auch mehr Risiko. So ist das nun mal in einem Niedrigzinsumfeld.

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