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Kolumne: „Frag den Mohr“ : Ein guter Ratschlag? Sell in May and go away

Nichts wie weg: Der Sommer in Palma de Mallorca ist womöglich besser als an der Frankfurter Börse Bild: dpa

Mit Versuchen des optimalen Timings kann so einiges schief gehen. Eine ruhige Hand ist bares Geld wert.

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          Auch die berühmteste aller Börsenregeln hat einen wahren Kern. Von Mai bis September entwickeln sich die Aktienkurse im Schnitt schlechter als von Oktober bis April. Verkaufen im Mai kann also lohnen. „But remember to come back in September“, komplettiert diesen Ratschlag. Doch der Nachteil ist offensichtlich. Nicht immer sind Mai bis September schlechte Börsenmonate. Läuft es in der Zeit gut, werden diese Kursgewinne verpasst. Handelskosten entstehen überdies auch noch.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Einen sehr guten Hinweis gegen alle Versuche des optimalen Timings lieferte kürzlich die Sutor Bank. Sie hat sich den Dax seit seiner Gründung 1988 angeschaut. Wer immer dabei war, hat im Jahresschnitt inklusive Dividenden und vor Steuern 7,2 Prozent Rendite im Jahr erzielt. Von 1000 auf nun gut 12 000 Punkte ist der Index gestiegen. Wer aber die besten zehn Tage in diesen 31 Jahren verpasst hat, minderte seine Rendite auf 4,3 Prozent. Ohne die besten 30 Tage blieben 0,4 Prozent im Jahr, und ohne die besten 33 Tage wurde die Rendite sogar negativ.

          Ein Warnsignal an alle, die meinen, mit häufigen Verkäufen von Aktien und späteren Wiedereinstiegen die Rendite optimieren zu können. Erstes Risiko: Der erwartete Rückschlag kommt nicht sofort. Zweites Risiko: Nach dem Rückschlag wird viel zu lange mit dem Wiedereinstieg gewartet. Der Tiefpunkt wird allenfalls mit Glück erwischt. Wer langfristig in Aktien anlegt, sollte daher in der Lage sein, die häufigeren Kursturbulenzen in den Sommermonaten auszuhalten. Seiner langfristigen Rendite wird das nutzen.

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          Daniel Mohr ist Redakteur für Finanzen und freut sich über Ihre Fragen unter fragdenmohr@faz.de

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