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Kolumne „Frag den Mohr“ : Ist die Zinskurve in Amerika ein Warnsignal?

Herr über Amerikas Zinsen: Notenbank-Präsident Jerome Powell Bild: AP

Normal ist der aktuelle Zinsverlauf nicht mehr. Meist steht dann eine Rezession bevor.

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          Es gibt keinen besseren Indikator für die amerikanische und damit letztlich die Weltkonjunktur als die Zinskurve. Auf ihr wird die Höhe der Zinsen je nach Laufzeit abgetragen. Üblich ist ein steigender Verlauf. Das leuchtet ein, und das kennt auch jeder Privatmann, der sich Geld leiht. Für zehn Jahre ist der Zins deutlich höher als für zwei Jahre, weil das Ausfallrisiko für die Bank höher ist.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In den Vereinigten Staaten hat die Zinskurve - anders als in Europa - derzeit nicht mehr den normalen Verlauf. Die Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins schrittweise auf 2,25 bis 2,5 Prozent erhöht und damit kurzfristige Kredite deutlich verteuert. Die längerfristigen Zinsen sind aber nicht im gleichen Maße gestiegen, sondern sogar gefallen. Der Zins für amerikanische Staatsanleihen mit fünf Jahren Laufzeit liegt unter dem für zwei Jahre. Der Zins für zehn Jahre liegt nur noch knapp darüber.

          Die Zinskurve ist damit flach, in Teilen sogar invers. Dieser Verlauf gilt als sicherstes Warnzeichen für eine Rezession. Fallende Zinsen für lange Laufzeiten zeigen ein hohes Bedürfnis der Anleger nach Sicherheit - sie kaufen solche Staatsanleihen, was deren Kurs steigen und die Rendite fallen lässt.

          Liegt sie sogar unter den kurzfristigen Renditen, ist das ein klares Zeichen, dass den Marktteilnehmern die kurzfristigen Zinsen zu hoch sind und die Notenbank mithin eine falsche Geldpolitik auf Basis eines zu großen Konjunkturoptimismus macht. In einem solchen Szenario ist meist Vorsicht am Aktienmarkt angesagt. 

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          Daniel Mohr ist Redakteur für Finanzen und freut sich über Ihre Fragen unter fragdenmohr@faz.de

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