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Kolumne: „Frag den Mohr“ : Ist Crowd-Investing eine gute Geldanlage?

Man sagt ja lieber „Porridge“, um nicht „Haferschleim“ sagen zu müssen. Bild: Picture-Alliance

Auf der Suche nach Rendite sind die Anleger zu manchem Abenteuer bereit. Porridge zum Beispiel.

          Es ist eine riskante Geldanlage. Auf Plattformen wie Kapilendo preisen meist kleinere Unternehmen Projekte an, für die sie Geld brauchen. Der Zins, der dafür geboten wird, beträgt oft mehr als 7 Prozent im Jahr. Das ist im aktuellen Zinsumfeld viel. Es ist aber auch ein Indikator für das Ausfallrisiko.

          Wer sein Geld zum Beispiel der Haferkater GmbH leiht, die damit Porridge für unterwegs unters Volk bringen will, sollte auch immer die Möglichkeit bedenken, dass das Geschäftsmodell nicht aufgeht und das Geld weg ist. Oft sind Crowd-Finanzierungen als Nachrangdarlehen konzipiert. Sie werden daher bei einer Insolvenz nicht zuerst bedient.

          Die Altersvorsorge sollte daher nicht auf Crowd-Finanzierungen im Internet aufgebaut werden. Als Beimischung haben sie aber durchaus ihren Reiz. Die Projekte sind anschaulich beschrieben, und meist handelt es sich um junge, engagierte Unternehmen mit attraktiv erscheinenden Ideen. Der Weg über die Finanzierung durch viele Geldgeber im Internet ist relativ einfach und schnell umgesetzt und beschert zudem eine öffentliche Wahrnehmung.

          Allerdings eignet sich das Format bisher nicht für große Investitionssummen - selten ist es mehr als eine Million Euro-, da institutionelle Anleger noch kaum Interesse daran haben. Kämen die Unternehmen über ihre Hausbank ohne größere Umstände an einen Kredit, wäre dieser Weg für sie sicherlich günstiger. Das Risiko, das die Bank nicht tragen will, übernimmt beim Crowd-Investing der Anleger. Oft wird er dafür am Ende gut entlohnt, aber eben nicht immer.

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          Daniel Mohr ist Redakteur für Finanzen und freut sich über Ihre Fragen unter fragdenmohr@faz.de

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