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Kolumne: „Frag den Mohr" : Wie schütze ich mein Geld vor Inflation?

Beliebt und bewährt für viele Gelgenheiten: Goldbarren Bild: obs

Die Aufregung um Negativzinsen ist groß. Dabei ist die Inflation die viel größere Bedrohung für den Vermögenserhalt. Ein schneller Rat in zwei Minuten.

          1 Min.

          Im August hat die Inflationsrate 3,9 Prozent betragen. Bei aller Aufregung um Negativzinsen von 0,5 Prozent: Die Inflation ist die größere Bedrohung für das Vermögen. Die Kaufkraft des Geldes auf dem Girokonto oder Sparbuch schmilzt unbarmherzig, oft zunächst unbemerkt, das ist ja das Gemeine. Anders als bei Negativzinsen weist den Sparer auch niemand darauf hin, und es muss auch keine Einverständniserklärung unterschrieben werden. Aus 1000 Euro Kaufkraft werden in zehn Jahren bei 2 Prozent Inflation 820 Euro, bei 4 Prozent 675 Euro.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wer in der Geldanlage gegensteuern will, kann zunächst an inflationsindexierte Bundesanleihen denken, auch Linker genannt. Deren Rückzahlung orientiert sich am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) im Euroraum, also an der Entwicklung der Inflation. Steigt die Inflation, fällt die Rückzahlung höher aus und sorgt so für einen Erhalt der Kaufkraft. Die Idee, in solche Wertpapiere zu investieren, ist nicht neu. Mit den steigenden Inflationsraten der vergangenen Monate, sind auch die Kurse der entsprechenden Wertpapiere deutlich gestiegen. Der Linker mit Laufzeit bis 2046 notierte vor drei Jahren noch auf 113 Prozent, jetzt sind es 156. Wer also früh steigende Inflationsraten erwartet hat, konnte erheblich profitieren. Wer heute einsteigt, sollte von noch weiter steigenden Inflationserwartungen ausgehen.

          Profiteur einer maßvollen Inflation sind in der Regel auch Aktien, können die Unternehmen doch höhere Preise verlangen, die Umsatz und Gewinn steigern und mithin auch zu höheren Aktienkursen führen können. Ein Automatismus, wie bei den inflationsindexierten Anleihen, ist dies aber nicht. Auch der Goldpreis steigt nicht automatisch, wenn die Inflation sich erhöht. In der Historie war Gold jedoch ein guter Garant für Werterhalt über Generationen.

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