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Kolumne: „Frag den Mohr“ : Muss ich mein Bauland eilig bebauen?

Jahrelange Baulücke mitten in Frankfurt Bild: Ly, Martin

Tausende Grundstücke in Deutschland liegen brach. Die Hoffnung, dass dort einst Kinder oder Enkel bauen, schwindet. Die Enteignung kann drohen. Ein schneller Rat in zwei Minuten.

          1 Min.

          Bauland muss in der Regel nicht bebaut werden. Es gibt Tausende baureife Grundstücke in Deutschland, die seit Jahrzehnten nicht bebaut werden. Ob das so bleibt, ist eine andere Frage. Die Bundesregierung arbeitet an einem Baulandmobilisierungsgesetz, das ungenutzte Möglichkeiten für mehr Wohnraum aktivieren soll. Das wird jedoch nicht die Keule werden, mit der Baulandbesitzer zum Bauen gezwungen werden. Die haben die Kommunen schon in der Hand. Häufig setzen sie diese für Neubaugebiete ein.

          Daniel Mohr
          (dmoh), Wirtschaft

          Wer ein Grundstück erwirbt, muss es in einer bestimmten Frist, oft zwei Jahre, auch bebauen. Der Verband Privater Bauherren hat diese Woche darauf hingewiesen, diese Pflicht ernst zu nehmen, da sonst Geldstrafen oder der Entzug des Grundstücks drohen. Die Rechtslage ist hier eindeutig, da der Käufer von Anfang an weiß, auf was er sich einlässt. Also bitte genau die Bedingungen lesen, bevor es später zu einer bösen Überraschung kommt.

          Schwieriger ist die Lage für viele  Grundstücke, die oft seit Generationen im Familienbesitz sind und bisher nicht für Bauzwecke genutzt wurden. Ihren Eigentümern spekulative Absichten zu unterstellen und sie zum Bauen zu zwingen, stößt auf Unmut. Boris Palmer (Grüne) hat das in Tübingen versucht, alle Besitzer angeschrieben und letztlich mit der Durchsetzung des kommunalen Baugebots gedroht. Ein Drittel der Grundstücke werde nun bald bebaut, sagt Palmer. Mit den anderen Eigentümern werde gemeinsam versucht, eine Lösung zu finden: ein Grundstückstausch, damit die latente Hoffnung der Alteigentümer auf die Nutzung durch Kinder und Enkel zumindest andernorts bestehen bleibt, die zeitweise Aufstellung von mobilen Wohneinheiten (Tiny Houses) oder die Verpachtung.

          Der Druck auf Grundstückseigentümer steigt. Die Grundsteuer C könnte reaktiviert werden. Es lohnt daher, sich Gedanken zu machen, welche Lösung man sich selbst vorstellen könnte, wenn die eigene Kommune ihr Baugebot durchzusetzen versucht.

          Frag den Mohr

          Haben Sie Fragen rund um das Thema Geld? Bitte an unseren Redakteur Daniel Mohr unter fragdenmohr@faz.de

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