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Kolumne: „Frag Den Mohr“ : Wie sollen Paare über Geld reden?

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um über den Riester-Vertrag zu reden? Bild: dpa

Geld ist eines der häufigsten Streitthemen in der Ehe. Aber bitte nicht täglich! Ein schneller Rat in zwei Minuten.

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          In welchem Moment redet man am besten mit dem Partner über Geld? Beim ersten Date: „Wie sollen wir es mit dem Versorgungsausgleich für die Rente regeln, ich verdiene schließlich mehr?“ Oder erst nach der Hochzeit? „Schatz, ich dachte, das mit meinen Spielschulden wüsstest du?“

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Beide Varianten gibt es, glaubt man den Angaben in einer Yougov-Umfrage im Auftrag des Finanzdienstleisters Weltsparen. Das Blöde an dem Thema Geld in Beziehungen ist, dass das Geld meistens (zu) knapp ist. Kauft der eine sich sein Traumauto, fällt der Wunschurlaub des anderen erst mal flach. Wie immer im Leben ist die Kunst des Kompromisses gefragt. Und wie findet man einen Kompromiss? Durch reden.

          Das muss nicht immer harmonisch klappen. Nur 40 Prozent der Paare streiten angeblich nie beim Thema Geld. 2 Prozent tun es täglich. Das ist ein bisschen viel. Auf die richtige Dosis kommt es an. Vielleicht sollte es nicht unbedingt jedes Frühstück und Abendessen darum gehen, wer die Butter bezahlt hat und warum es unbedingt die teure Leberwurst sein musste. 30 Prozent der Paare führen tatsächlich ein Haushaltsbuch, um spitz abrechnen zu können. Wem es hilft.

          Was zählt als Paar?

          Wichtiger ist die große Linie, die sollte stimmen. Konsens über wesentliche Anschaffungen, gemeinsames Sparen auf gemeinsame Ziele, das sind Punkte, die für finanzielle Harmonie wichtig sind und über die offen und konstruktiv gesprochen werden sollte. Auch über finanzielle Freiheiten, die jeder für sich braucht.

          Auf drei Eheschließungen im Standesamt kommt eine Scheidung. In zehn Prozent der Fälle ist Geld ein Grund. Es kann hilfreich sein, auch für diesen Fall vorzusorgen und klare Regelungen am besten schriftlich festzuhalten. Eheverträge sind möglich. Auch Gütertrennung. Aber auch nicht nur über Geld zu reden und zu streiten, sondern sich auch zusammen von dem Geld etwas zu gönnen, es bewusst gemeinsam auszugeben.

          Und wenn alles nichts hilft? Dann vielleicht doch beim nächsten Date mit dem Rentenausgleich einsteigen. Wer das schluckt, ist auch sonst hart im Nehmen.

          Haben Sie Fragen rund um das Thema Geld?

          Gerne an unseren Redakteur Daniel Mohr unter fragdenmohr@faz.de

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