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Flugportale im Test : Wo soll ich buchen?

Nimmt man diese Kriterien hinzu, dann ist Expedia Gesamtsieger des Tests. Preislich liegt das Portal zwar nur im Mittelfeld, dafür gehört es in vier der sieben anderen Kategorien zu den Besten. Als einziges ermöglicht es die kostenlose Zahlung mit allen drei gängigen Kreditkarten Visa, Mastercard sowie American Express. Andere Portale verlangen hier 40 Euro und mehr und verspielen damit einen Großteil ihres Preisvorteils. „Es ist ein sehr sicheres Portal ohne versteckte Zusatzkosten, und die Buchungsschritte können schnell und einfach ausgeführt werden“, sagt Alexander Koenig.

Keine Gebühren bei Stornierung

Manche Portale erheben zum Beispiel eine Bearbeitungsgebühr oder Servicepakete für sieben oder mehr Euro. Die bieten dann eigentlich überflüssige Dienstleistungen wie einen Wetterbericht vom Reiseziel oder eine Buchungsbestätigung per SMS: Die Hilfestellung etwa bei Stornierungen oder Umbuchungen ist bei Expedia führend im Test.

Expedia ist auch das einzige Portal, das für Stornierungen nicht neben den Fluggesellschaften noch eigene Gebühren erhebt. Für Meilensammler ist Expedia nach Meinung von Koenig das beste Portal, weil es das einzige ist, das Angaben zur Buchungsklasse macht. Diese ist entscheidend für die Meilengutschrift.

Auf den zweiten Rang im Test schaffte es Ebookers. Die Preise liegen über denen von Expedia, bei Premium-Economy-Class-Tickets auf Fernstrecken gehörte es sogar zu den teuersten. Das Portal punktet aber mit der besten Aufbereitung der Daten zum Flug wie etwa Gepäckbestimmungen, Buchungsklasse und übersichtliche Darstellung der Flugpreise in einer Preismatrix. Am schlechtesten im Gesamtranking hat Flug.de abgeschnitten. Preislich liegt es im Mittelfeld, aber Suchmaske und Darstellung der Suchergebnisse sowie angebotene Zahlungsmittel sind nicht kundenfreundlich. Der zweite große Testverlierer cheaptickets ist gerade in der Kategorie Preis eines der teuersten Portale.

Aufpassen bei Versicherungen

Aufpassen sollten die Kunden bei den Reiseversicherungen, die alle Portale mit Ausnahme von kissandfly anbieten. Sie sind eine große Einnahmequelle der Buchungsplattformen, weshalb vor allem in diesem Bereich der Kunde geschröpft wird. Die Unterschiede bei Versicherungspreisen und Leistungen sind zwischen den Portalen sehr groß.

Untersucht wurde im Test die Reiserücktrittsversicherung, die für viele Urlauber wichtig ist. Die volle Punktzahl gab es nur bei Kosten von weniger als 20 Euro und einer Versicherungssumme von mehr als 5000 Euro ohne Selbstbehalt. Manche Portale sind besonders dreist und bieten die Police nicht für die Reise, sondern als Dauerschutz an, für den jedes Jahr Gebühren anfallen. Oft wird das nach dem ersten Jahr noch mit einer kräftigen Preiserhöhung verbunden, die nur im Kleingedruckten zu finden ist.

Buchung bei Fluglinien kann sinnvoll sein

Im Vergleich zu den Internetseiten der Fluglinien sind die Flugbuchungsportale oft günstiger. Trotzdem sollte man vor jeder Buchung auch die Airlines direkt auf ihren Seiten besuchen. Wenn die Preise nicht viel höher liegen, kann die Buchung dort sinnvoller sein. Dies kann viel Ärger ersparen, insbesondere wenn Flüge umgebucht werden müssen oder es einen Streik gibt.

Davon gab es gerade 2015 einige, auch bei der Lufthansa und anderen deutschen Fluglinien. Wer direkt dort bucht, kann in solchen Fällen die nötigen Umbuchungen mit der Airline selbst unkomplizierter regeln. Das wäre über ein Portal schwieriger.

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