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Finanzprodukte : Beipackzettel sind meist unverständlich

Bild: Jan Bazing

Beipackzettel für Finanzprodukte sind oft so kompliziert geschrieben, dass niemand sie versteht. Eine Studie der Universität Bamberg zeigt, wie man die Risiken besser darstellen könnte.

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          Die Informationsblätter für Finanzprodukte erhalten regelmäßig schlechte Noten. Im Dezember bemängelte die Finanzaufsicht Bafin, dass Kosten und Risiken häufig zu ungenau beschrieben seien (F.A.Z. vom 6. Dezember). In einer aktuellen Untersuchung kommt die Universität Bamberg zu demselben Ergebnis und legt gleichzeitig dar, dass es besser gehen könnte.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          160 Studenten der Betriebswirtschaftslehre wurden die Beipackzettel von komplexeren Finanzprodukten wie Immobilienfonds und Investmentfonds auf einen Aktienindex sowie von einfacheren wie Anleihen und Festgeld vorgelegt.

          Verbindliche Standards müssen her

          Die Beschreibungen zur Funktionsweise, zu Risiken und zur erwarteten Wertentwicklung bewerteten die Probanden bei einem selbst entwickelten Entwurf jeweils mit "gut" und damit mindestens eine Schulnote besser als die echten Beispiele.

          Studienautor und Lehrstuhlinhaber Andreas Oehler leitet aus seinen Ergebnissen die Forderung ab, verbindliche Standards für Informationsblätter vorzugeben. Diese könnten von der Bafin oder der Stiftung Warentest ausgearbeitet werden. Die Umsetzung sei regelmäßig zu überprüfen.

          Einheitliche Beipackzettel für Riester und Rürup

          Etwas weiter ist das Bundesfinanzministerium in seinem Vorhaben, einheitliche Beipackzettel für staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte (Riester und Rürup) einzuführen. Das Institut für Finanzdienstleistungen in Hamburg legte diese Woche ein Gutachten zu seinem Entwurf vor.

          Ein Test hat ergeben, dass vier von fünf Verbrauchern mit Hilfe des Blattes die richtige Produktart angeben konnten. Zwischen 72 und 83 Prozent der Testpersonen gaben richtige Antworten auf Verständnisfragen zu einem Produktvergleich zwischen einem Banksparplan und einer fondsgebundenen Rentenversicherung. In das Verfahren waren Branchenverbände und Verbraucherschützer eingespannt. Das Ministerium will das Gutachten nun auswerten.

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