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Nebenjob und Papa : Weniger Studenten brauchen Studienkredit

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Die Studenten können ihr Leben immer mehr aus der eigenen Tasche bezahlen. Bild: dpa

Deutschlands Studenten brauchen immer weniger Kredite. Die gute Konjunktur hilft ihnen in Form von Nebenjobs, und auch noch etwas anderes.

          Deutlich mehr Studenten als noch vor einigen Jahren stemmen ihre akademische Ausbildung ohne einen Kredit. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge für einen Studienkredit ist zwischen 2014 und 2017 um rund ein Drittel von 59.000 auf 41.000 gesunken - trotz steigender Studierendenzahlen. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Studienkredit-Test des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) hervor.

          Die CHE-Experten gehen davon aus, dass es wieder mehr Studenten gelingt, ihre Hochschulausbildung mit einem Nebenjob zu finanzieren. „Viele kommen offenbar irgendwie zurecht. Wir wissen, dass etwa zwei Drittel der Studenten arbeiten. Bei der guten Konjunktur dürfte auch die Unterstützung durch Eltern eine große Rolle spielen“, sagt Studienautor Ulrich Müller.

          3,5 Prozent der Studierenden nutzen Studienkredit

          Für die Untersuchung der verschiedenen Angebote hat das CHE alle gängigen Kreditangebote zur Studienfinanzierung abgefragt. 3,5 Prozent der Studierenden nehmen demnach aktuell einen Studienkredit in Anspruch. So gab es im Juni 2018 rund 280.000 aktive Studienkreditverträge, wobei rund 100.000 Studenten Geld ausbezahlt bekommen. Die restlichen Verträge werden schon zurückgezahlt.

          Die Kreditgeber wie Banken oder Studentenwerke zahlten zuletzt rund 50 Millionen Euro pro Monat aus. Die Summen beim staatlichen Bafög sind rund dreimal so hoch, aber in den letzten Jahren rückläufig.

          Das CHE hat alle 46 untersuchten Studienkredite, -darlehen und Bildungsfonds als seriös und gut gestaltet eingestuft und benennt weder Sieger noch Verlierer. Marktführer sind der KfW-Studienkredit und der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes: Rund 92 aller Verträge 2017 wurden bei den beiden staatlichen Anbietern unterzeichnet.

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