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Immobilienfinanzierung : Die Tücken rekordtiefer Bauzinsen

Zwei Dachdecker arbeiten auf dem Dach eines Hauses in Frankfurt an der Oder. Bild: dpa

Nie war es so günstig ein Immobiliendarlehen aufzunehmen. Dennoch kann die Finanzierung des Eigenheims rasch zu einem Debakel werden.

          5 Min.

          So bedrückend die Nachrichten rund um das Coronavirus sind, gibt es finanziell sogar positive Aspekte – solange die Weltwirtschaft davon nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Denn die Zinsen für Immobilienfinanzierungen sind so niedrig wie noch nie. Das bisherige Rekordtief von Anfang September 2019 wurde nun für alle Zinsbindungen über zehn, 15 oder 20 Jahre noch einmal unterboten. Laut FMH-Finanzberatung müssen derzeit für zehn Jahre lang feste Zinsen im Bundesdurchschnitt 0,63 Prozent gezahlt werden; vor einem halben Jahr waren es im Tief 0,67 Prozent. Für Kredite mit Zinsbindungen von 15 Jahren sind es aktuell 0,91 Prozent und für 20 Jahre 1,16 Prozent.

          Kerstin Papon
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          „Und die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass sich diese Entwicklung noch fortsetzt und wir weitere Tiefs sehen“, sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung. Die Finanzinstitute verzichteten derzeit auf Marge, um Geschäftsvolumen zu generieren: „Dabei sind die Hypothekenzinsen noch schneller gefallen, als die Renditen der Bundesanleihen, an denen diese sich orientieren“, sagt Herbst. Denn in diesen unsicheren Zeiten sind Bundespapiere als sicherer Hafen gefragt. Dadurch steigen ihre Kurse, die Renditen fallen. Aktuell rentiert die zehnjährige Bundesanleihe mit minus 0,7 Prozent.

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