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Rahmenkredit : Die Alternative zum Dispo

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Wenn’s öfter mal eng wird, kann ein Rahmenkredit gute Dienste leisten. Bild: Picture-Alliance

Wer keine hohen Dispozinsen zahlen möchte, aber einen Kreditrahmen braucht, sollte sich mit einem Rahmenkredit anfreunden. Die Angebote sind aber eher dünn gesät und höchst unterschiedlich.

          Das Stöhnen über die hohen Dispozinsen ist in Deutschland weit verbreitet. Nun sind angesichts von 0,1 Prozent Habenzinsen 10 Prozent Sollzinsen und deutlich mehr als das, ein Hammer. Berücksichtigt man an dieser Stelle, dass es sich um einen zeitlich unbegrenzten, täglich verfügbaren Kredit handelt, für Kunden mit häufig ungewisser Bonität, so wird die Höhe der Zinsen vielleicht ein wenig verständlicher – auch auf der Kreditplattform Auxmoney zahlen Kreditnehmer bis zu 15,9 Prozent Zinsen im Jahr.

          Wer indes eine Alternative zu hohen Dispozinsen sucht, aber keinen klassischen Ratenkredit mit fester Laufzeit und Auszahlungssumme will, hat dazu mittlerweile eine Alternative: den Abrufkredit, auch Rahmenkredit genannt. Hier liegen die Sollzinsen laut einem aktuellen Test der Stiftung Warentest bei den günstigsten Banken bei weniger als 5 Prozent. Wer dauerhaft im Dispo ist, dem empfiehlt die Stiftung diesen Weg. Indes ist die Kreditform noch nicht allzuweit verbreitet: Noch nicht einmal jeder fünfte der 148 befragten Anbieter hat diesen im Programm.

          Bei Abrufkrediten erhält der Kunde wie beim Dispo des Girokontos einen Kreditrahmen, über den er frei verfügen kann. Zinsen werden nur auf den in Anspruch genommenen Betrag fällig, eine Laufzeit entfällt. Den Zins kann die Bank immer an den Marktzins anpassen, das ist allerdings beim Dispo auch nicht anders.

          Die Höhe der Kreditrahmen variiert, laut dem Test liegen die Höchstbeträge bei Summen zwischen 1.500 und 50.000 Euro. Wer indes kein regelmäßiges Einkommen hat, bekommt keinen Abrufkredit, denn das ist stets Voraussetzung. Wer Angst vor dem Kleingedruckten hat, für den gibt die Stiftung Entwarnung. Über die Zinsen hinaus fielen keine zusätzlichen Kreditkosten wie Bearbeitungsgebühr, Bereitstellungsprovision oder Kontoführungsgebühren an.

          Interessenten sollten aber aufmerksam vergleichen, denn die Bedingungen können stark variieren. Auch können die Zinssätze für Neukunden deutlich niedriger sein als für Bestandskunden. So wird der Comfort-Credit der VW Bank zunächst mit 2,95 Prozent verzinst, nach 12 Monaten aber mit 6,65 Prozent effektiv.

          Bei der Deutschen Bank ist der Zins von der Bonität des Kunden abhängig und liegt zwischen 3,92 und 10,34 Prozent. Von einem Abrufkredit beim Fintech-Unternehmen Cashpresso rät Finanztest sogar ab: Das Unternehmen verlangt mit knapp 14 Prozent die höchsten Zinsen und ist damit teurer als jeder Dispokredit.

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