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Schufa-Daten kontrollieren : Plötzlich nicht kreditwürdig - und keine Ahnung warum

  • Aktualisiert am

Bild: Sick, Cornelia

Eine Frau erhielt keinen Kredit für den Autokauf, weil die Auskunftei Schufa sie schlecht eingestuft hatte. Oft sind die Daten der Schufa aber unvollständig oder sogar fehlerhaft. Es ist daher ratsam, die eigene Daten zu überprüfen.

          Was für Daten speichern Auskunfteien über mich?

          Die Unternehmen speichern zum einen Personendaten wie Name, Geburtsdatum, Geburtsort und Anschrift, zum anderen Finanzmerkmale  wie Anzahl der Konten, Kredite, Handy- und Leasingverträge, unbezahlte Rechnungen oder Insolvenzen. Laut Gesetz dürfen sie nur rechtskräftig festgestellte offene Forderungen berücksichtigen.

          Was machen sie mit diesen Daten?

          Die Auskunfteien schätzen mit Hilfe dieser Daten und einem  mathematisch-statistischen Verfahren (scoring) das Zahlungsverhalten eines Verbrauchers ein. Die Daten müssen laut Gesetz für die Wahrscheinlichkeit relevant sein, dass ein Kunde zahlen kann - nur Anschriftendaten genügen nicht mehr. Ihre Scoring-Werte verkaufen die Auskunfteien an Banken, Telefonanbieter oder Versandhändler. Die wiederum nutzen den Scoring-Wert, um einen Kunden vor Vertragsabschluss einzustufen - je nach Wert muss ein Kunde etwa Vorkasse leisten oder darf auf Rechnung zahlen, bekommt einen günstigen Kredit oder muss dafür mehr Zinsen aufbringen.

          Welche Auskunfteien gibt es?

          Die größte Auskunftei mit Einträgen über 66 Millionen Verbraucher ist die Schufa. Sie ist auch die wichtigste Auskunftei, da sie die meisten Daten zum Finanzverhalten von Privatpersonen speichert und ihre Scoring-Werte von rund 8000 Firmenkunden genutzt werden. Danach folgen Creditreform, Deltavista und Bürgel. Im Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen gibt es mehr als hundert Firmen, die Risikodaten ermitteln.

          Wie kann ich Fehler finden?

          Verbraucher können bei jeder Auskunftei eine Auskunft über ihre Scoring-Werte verlangen - einmal im Jahr ist das laut Gesetz kostenlos. Laut der Bundesdatenschutzbeauftragten sollte folgendes  abgefragt werden: die gespeicherten Daten und ihre Herkunft, die Empfänger dieser Daten, die aktuellen und die in den vergangenen zwölf Monaten weitergegebenen Scoring-Werte sowie eine  „individuelle und einzelfallbezogene Erklärung“ dieser Werte.

          Was tue ich, wenn meine Daten falsch sind?

          Die Auskunfteien müssen falsche Daten berichtigen. „Finanztest“  empfiehlt, einer formlosen, schriftlichen Beschwerde Unterlagen beizulegen, die den Fehler beweisen. Bis zu einer Klärung müssen die Auskunfteien die Daten sperren.

          Kann ich meinen Score beeinflussen?

          Die Auskunfteien geben nicht preis, wie genau sie die Scores berechnen - etwa welche Daten welches Gewicht haben. Sie verweisen auf ihr Betriebsgeheimnis. Ob sich das ändern muss, entscheidet jetzt der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Solange die Auskunfteien aber nicht mehr Auskunft geben müssen, wird unklar bleiben, wie der Einzelne seinen Score verbessern könnte.

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