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Dispo-Rahmen begrenzen, Zinssatz beobachten : Was Verbraucher bei der Kontoüberziehung beachten sollten

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Wer sein Girokonto überzieht, muss Dispozinsen zahlen - und das kann ganz schön teuer werden. Was Bankkunden beachten sollten, wenn sie den Dispokredit in Anspruch nehmen.

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          Rutschen Verbraucher mit ihrem Girokonto ins Minus, verlangen Banken und Sparkassen mitunter hohe Dispo- und Überziehungszinsen. Nicht selten werden laut Stiftung Warentest zweistellige Prozentbeträge fällig. Union und SPD verhandelten am Mittwoch im Zuge ihrer Koalitionsgespräche über mögliche Verbesserungen im Sinne der Verbraucher. Bankkunden sollten sich angesichts hoher Zinsen gut über die Konditionen ihrer Institute informieren - und für größeren Anschaffungen die dauerhafte Kontoüberziehung vermeiden.

          Was sind Dispo- und Überziehungszinsen?

          Dispo- und Überziehungszinsen werden fällig, wenn ein Bankkunde kein Geld mehr auf dem Girokonto hat, es aber weiter belastet wird und ins Minus rutscht. Zunächst gewährt die Bank in der Regel einen Dispositionskredit - kurz: Dispokredit oder Dispo. Dieser ermöglicht eine begrenzte Überziehung. Limit sind oft zwei oder drei Monatsgehälter. Für Überziehungen in diesem Rahmen gilt der Dispozinssatz. Wird das Konto über diesen Rahmen hinaus überzogen, fallen Überziehungszinsen an. Diese liegen oft noch mehrere Prozentpunkte höher.

          Wo erfahren Bankkunden, wie hoch ihre Dispozinsen sind?

          Banken informieren darüber unter anderem mit Aushängen in ihren Filialen oder auf ihren Internetseiten. Auch die Berater erteilen Auskunft. Eine weitere Informationsquelle ist der Kontoauszug, wenn fällige Zinsen abgerechnet werden, etwa zum Ende eines Quartals. Dann müssen die Konditionen auf den Kontoauszügen abgedruckt werden. Um die Dispozinsen verschiedener Institute zu vergleichen, gibt es spezielle Internetseiten wie fmh.de oder biallo.de.

          Was sind die Vor- und Nachteile von Dispokrediten?

          Vorteil ist, dass eingeräumte Dispokredite nicht erst beantragt werden müssen, sondern sofort verfügbar sind. Die Zinszahlungen verringern sich zudem mit jedem Zahlungseingang auf dem Girokonto; es gibt keine festen monatlichen Raten zur Rückzahlung. Nachteil ist die Zinshöhe. Außerdem können Banken Dispokredite kurzfristig kündigen und zurückfordern, etwa wenn sie Zweifel an der Zahlungsfähigkeit eines Kunden bekommen.

          Wie können Bankkunden hohe Dispozinsen umgehen?

          Verbraucher können mit ihrem Institut vereinbaren, dass ein Konto nicht überzogen werden darf. Finanzexperten raten aber dazu, zumindest einen Dispo-Rahmen von 500 Euro einzurichten. So ist es möglich, dass regelmäßig fällige Beträge wie Telefonrechnungen auch etwa während einer Urlaubsreise abgebucht werden können. Dadurch lassen sich unter Umständen teure Mahngebühren sparen, welche die Kosten für Dispozinsen übersteigen können. Bankkunden können daneben mit ihren Instituten auch über die Höhe des Dispozinssatzes verhandeln.

          Gibt es Alternativen zum Dispokredit?

          Bei größeren Ausgaben raten Verbraucherschützer davon ab, das Girokonto dauerhaft zu überziehen. Sie empfehlen einen Raten- oder Abrufkredit mit niedrigeren Zinsen. Ratenkredite sind Darlehen über eine bestimmte Summe und einen bestimmten Zinssatz, die in einem festen Zeitraum zurückgezahlt werden. Abrufkredite funktionieren ähnlich wie Dispokredite mit einem Kreditrahmen, jedoch muss meist monatlich ein bestimmter Betrag zurückgezahlt werden.

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