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Wohnungsmarkt : Wer zahlt den Makler?

Wer soll das bezahlen? Maklertermin in einer Berliner Wohnung. Bild: dpa

Seit Juni 2015 gilt das Bestellerprinzip für die Mietwohnungssuche. Die SPD will das jetzt ausweiten. Auch das Forschungsinstitut IW hält viel davon.

          Die Bundestagsfraktion der SPD hat am vergangenen Wochenende ein Papier beschlossen, das es in sich hat. Neben vielen anderen Forderungen widmen sich die sozialdemokratischen Politiker darin auch dem Thema „Von der Miete zu den eigenen vier Wänden“. Schließlich ist in Deutschland der Anteil der Menschen, die ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung haben, deutlich niedriger als in vielen anderen Ländern.

          Michael Psotta

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Als eine Idee, wie man das ändern könnte, schlägt die SPD vor, etwas gegen hohe Kaufnebenkosten zu tun – unter anderem gegen saftige Maklergebühren, die ein Hauskäufer häufig nicht mit über den Bankkredit abdecken kann, sondern selbst aufbringen muss, und die von seinem Eigenkapitalanteil abgehen. Dazu will die SPD das sogenannte Bestellerprinzip, also die Regel, dass derjenige, der den Makler bestellt, ihn auch bezahlen muss, vom Mietwohnungsmarkt auf den Kaufmarkt übertragen.

          „Wer bestellt, der bezahlt“

          Seit Juni 2015 gilt für Mietwohnungen in Deutschland eine solche Regel, dass der Vermieter den Makler bezahlt, wenn er ihn beauftragt, und nicht der Mieter. Zumindest Justizminister Heiko Maas (SPD), der die Regel mit eingeführt hat, äußerte sich zuletzt ganz zufrieden mit dem Erfolg des Projekts. Die SPD schreibt in ihrem Papier: „Wir wollen dafür sorgen, dass das Prinzip ,Wer bestellt, der bezahlt‘ bei den Maklergebühren auch beim Verkauf eines Grundstücks und einer Immobilie gilt.“

          Das Thema ist ebenso populär wie umstritten. Es gibt gute Gründe für beide Seiten. Und die Reihen der Befürworter und Gegner sind weniger klar geordnet als in anderen Fragen. So äußerte sich SPD-Minister Maas am Rande des Neujahrsempfangs des Rings Deutscher Makler eher skeptisch zu dem Vorschlag – das Bestellerprinzip beim Kauf werde nicht kommen, sagte er der Zeitung „Die Welt“. Auf Nachfrage ergänzte Maas am Donnerstag, eine solche Regelung sei nicht in den Koalitionsvertrag für diese Legislaturperiode aufgenommen worden. Bei den Mietern sei das Problem drängender gewesen.

          „Langfristig sollte es aber auch für den Wohnungskauf die Regel werden“, sagte Maas dieser Zeitung. Auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, das als eher arbeitgebernah und nicht gerade sozialdemokratisch gilt, hat sich in einer Kurzstudie aus ordnungspolitischen Gründen für das Bestellerprinzip auch für den Kaufmarkt ausgesprochen. Die Unionsfraktion hingegen hält nichts davon: Der Verkäufer würde die Maklergebühr dann einfach auf den Kaufpreis aufschlagen, meinte die rechtspolitische Sprecherin, Elisabeth Winkelmeier-Becker.

          Bisher ist in Deutschland beim Kauf und Verkauf von Wohnungen weder die Höhe der Maklergebühr geregelt noch die Frage, ob sie vom Käufer oder vom Verkäufer getragen wird. Solange es also kein Bestellerprinzip für Transaktionen am Wohnungsmarkt gibt, kann die Maklergebühr (Courtage) und ihre Aufteilung frei ausgehandelt werden. Allerdings sind in den einzelnen Bundesländern Usancen entstanden, an die sich viele halten.

          In anderen Ländern zahlt bereits meist der Verkäufer

          So werden in den meisten Bundesländern beim Verkauf 7,14 Prozent Courtage fällig. Dieser Wert entspricht einem Aufschlag von 6 Prozent auf den Kaufpreis plus 19 Prozent Mehrwertsteuer. Nach Angaben des Immobilienportals Immoverkauf 24 teilen sich diese Gebühr in den meisten Ländern Käufer und Verkäufer, während in Berlin und Brandenburg allein die Käufer bezahlen. In Hessen, Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern liegen die Courtagen leicht darunter, wobei bis auf in Mecklenburg-Vorpommern grundsätzlich die Käufer bezahlen.

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