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Crowdlending : Kredite von privat zu privat gelten als riskant

Auf Plattformen wie Smava und Auxmoney können sich Privatleute gegenseitig Geld leihen. Bild: Roger Hagmann

Viele Bundesbürger misstrauen dem „Crowdlending“. Doch das Interesse an den verschiedenen Finanzierungen durch einen Schwarm von Menschen wächst.

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          Schlagworte wie „Crowdfunding“ oder „Crowdinvesting“ sind für viele längst keine Unbekannten mehr. Übersetzen kann man beide Begriffe am besten mit Schwarmfinanzierung. Die Kapitalgeber sind eine Vielzahl von Personen („crowd“), die Menge oder eben der Schwarm. Sie finanzieren mit häufig kleineren Beträgen die verschiedensten Projekte, Produkte oder die ausgefallensten Geschäftsideen meist über das Internet. Dies kann ein Film sein, aber auch Konzerte, gemeinnützige Vorhaben wie Flüchtlingshilfe oder ein Lastwagen für vegane Burger sind denkbare Projekte.

          Kerstin Papon
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Das Interesse an dieser Art der Finanzierung wächst. Allein im Jahr 2015 seien im deutschsprachigen Raum mehr als 30 Vermittlungsplattformen im Internet hinzugekommen, heißt es auf der Informationsseite Crowdfunding.de. Nach einer Studie der Universität Cambridge und der Beratungsgesellschaft EY ist das Crowdfunding-Volumen in Europa im Jahr 2014 um 144 Prozent auf 2,96 Milliarden Euro gestiegen. Jüngere Zahlen gibt es nicht. Der mit Abstand größte Teil entfiel mit rund 2,4 Milliarden Euro auf den britischen Markt. Deutschland ist demnach mit 140 Millionen Euro das drittgrößte Crowdfunding-Land in Europa - das Volumen hat sich hier mehr als verdoppelt. Frankreich liegt mit 154 Millionen Euro dazwischen.

          Der Aufbau der Freiheitsstatue im Jahr 1885 gilt als erstes Crowdfunding-Projekt der Welt. Ursprünglich war die Statue als Geschenk Frankreichs gedacht, der Sockel und der Aufbau sollten aber durch die Vereinigten Staaten finanziert werden. Doch das Geld fehlte, bis der amerikanische Herausgeber Josef Pulitzer in seiner Zeitung „The New York World“ eine Spendenkampagne startete. Jeder Spender sollte namentlich in dem Blatt genannt werden. Binnen weniger Monate kamen so rund 100.000 Dollar von 120.000 Spendern zusammen. Eines der hierzulande bekannteren Projekte ist der Kinofilm „Stromberg, der Film“.

          Rund 90 Prozent der Bundesbürger wollen kein Crowdlending nutzen

          Beim klassischen Crowdfunding erhalte der Geldgeber eine Gegenleistung wie in der Regel das fertige Produkt - ein Buch oder eine DVD - oder auch eine ideelle Gegenleistung wie den Eintritt zur Premiere, die Nennung im Filmabspann oder auch eine Rolle in einem Film, sagen die Fachleute von Crowdfunding.de. Beim Crowdinvesting wiederum würden die Geldgeber am möglichen Gewinn beteiligt. Hier handele es sich um Risikokapital, ein Investment könne also auch einen Totalverlust mit sich bringen. Verbraucherschützer kritisieren daher solche Investments als hochspekulativ, fordern eine bessere Regulierung und Höchstgrenzen für die Anlage.

          Eine andere Form der Schwarmfinanzierung scheint hierzulande weniger positiv belegt: das „Crowdlending“. Hier werden über das Internet Kredite von Privatpersonen an andere Personen oder auch Unternehmen vermittelt, quasi von privat zu privat. Die Menge verleiht hier ihr Geld. Der Untersuchung der Universität Cambridge und von EY zufolge entfielen im Jahr 2014 rund zwei Drittel des gesamten Crowdfunding-Volumens in Deutschland oder etwa 87 Millionen Euro auf das Crowdlending.

          Diese Form der Kreditvergabe hält ein Großteil der Deutschen jedoch für nicht vertrauenswürdig, denn rund 90 Prozent der Bürger würde diese Art von Krediten nicht in Anspruch nehmen. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Creditplus Bank, einer zur französischen Crédit Agricole Group gehörenden Konsumentenkreditbank. Für fast genauso viele Bundesbürger komme es demnach auch nicht in Frage, in einem Online-Portal als Kreditgeber zu fungieren. Befragt wurden mehr als 1000 Bundesbürger im Alter von 18 Jahren an.

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