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Finanzielle Zukunft : Männer sind optimistischer als Frauen

Was bringt 2016 finanziell? Bild: dpa

Die Mehrheit der Deutschen blickt zuversichtlich in die Zukunft was ihre finanzielle Situation in 2016 angeht. Überraschend ist, dass Westdeutsche pessimistischer als Ostdeutsche.

          Für den einen ist das Glas halb voll, für den anderen ist es schon fast leer. In der Regel zieht sich eine solche Haltung durch alle Bereiche des Lebens und gilt dann in fast jedem Moment. Auch vor Gelddingen macht diese Einstellung freilich nicht halt. Gleichwohl gibt es reale Faktoren wie das Einkommen, das Geld auf dem Konto oder im Sparschwein und die Ausgaben, die für das Lebensgefühl des Einzelnen in der Tat sehr wichtig sind.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Die Mehrheit der Deutschen jedenfalls blickt offenbar optimistisch auf das kommende Jahr. Das hat die Postbank in einer repräsentativen Umfrage festgestellt, die der F.A.Z. exklusiv vorliegt. Rund 60 Prozent der Befragten sind demnach zuversichtlich, dass sich ihre finanzielle Situation im Jahr 2016 positiv entwickeln wird. In der Umfrage der Postbank ging es insbesondere um Einkommen, Ersparnisse, Geldanlage und Ausgaben der Deutschen. Pessimistisch ist dagegen ein knappes Drittel der Befragten.

          Dabei schätzen deutsche Männer der Studie zufolge ihre finanzielle Situation optimistischer ein als Frauen. Innerhalb der männlichen Bevölkerung tun dies etwa 66 Prozent, beim weiblichen Geschlecht trifft es auf rund 54 Prozent der Befragten zu. Demnach sind 14 Prozent der Männer sogar sehr zuversichtlich, von den Frauen sind es nicht einmal halb so viele. Diese Ergebnisse dürften zu einem nicht geringen Teil an den unterschiedlichen Einkommensverhältnissen liegen, denn häufig verdienen Männer mehr als Frauen, selbst wenn sie einer vergleichbaren Tätigkeit nachgehen. Doch Frauen gelten überdies als vorsichtiger und weniger risikofreudig – zumindest im Durchschnitt. Als Anleger haben sie damit sogar oftmals mehr Erfolg als männliche Investoren, wie einige Studien zeigen.

          Ostdeutsche positiver gestimmt als Westdeutsche

          Nach der Umfrage der Postbank hat offenbar auch die Bildung Einfluss auf den finanziellen Optimismus. Denn je höher der Bildungsabschluss, desto rosiger sind demnach auch die Erwartungen an die Zukunft. So blicken gut 69 Prozent der Befragten mit Abitur oder Universitätsabschluss positiv in ihre finanzielle Zukunft – im Vergleich zu gut 66 Prozent der Umfrageteilnehmer mit mittlerem Bildungsabschluss und rund 48 Prozent mit einem Hauptschulabschluss. Auch dies dürfte vermutlich durch höhere Einkommen begünstigt sein, die mit besseren Abschlüssen möglich sind. Dennoch sind nicht diejenigen besonders optimistisch, die besonders viel verdienen. Der Studie zufolge blicken 77 Prozent der Befragten mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 3500 Euro optimistisch auf das neue Jahr. Von 3000 bis 3500 Euro sind es sogar 84 Prozent. In den darunterliegenden Einkommensbereichen nimmt der Optimismus ab.

          Überraschender scheint dagegen ein weiteres Ergebnis der Studie. Demnach ist die Stimmung der Ostdeutschen positiver als die der westdeutschen Bevölkerung. So rechnen rund 69 Prozent der Befragten im Osten mit einem guten Finanzjahr 2016 im Vergleich zu 58 Prozent der Umfrageteilnehmer im Westen. Dabei ist gerade in Ostdeutschland die Arbeitslosigkeit höher als in den westdeutschen Regionen, auch sind die Verdienste hier im Durchschnitt niedriger. Gleichwohl sind hier auch so manche Kosten der Lebenshaltung günstiger. Unter allen Altersklassen am positivsten gestimmt waren die Befragten im Alter von 16 bis 29 Jahren. Rund 79 Prozent von ihnen blicken optimistisch auf das Jahr 2016. Besonders düster malen sich dagegen die 50 bis 59 Jahre alten Deutschen ihre finanzielle Zukunft aus. Ihnen stehen jedoch Befragte, die 60 Jahre und älter waren, kaum nach.

          Mit ihrer finanziellen Situation im kommenden Jahr besonders zufrieden sind die Menschen, die in einem Drei-Personen-Haushalt leben. Hier liegt der Anteil der Optimisten bei 70 Prozent. Dagegen ist in Single-Haushalten, in denen nur eine Person lebt, in der Umfrage der Pessimismus am höchsten. Befragt wurden 1000 Deutsche im Alter von 16 Jahren an.

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