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EU-Parlament beschließt : Reisende sollen höhere Entschädigung bei Zugverspätungen erhalten

Eine Anzeige voller verspäteter Züge im Berliner Hauptbahnhof. Bild: AFP

Wessen Zug mehr als eine Stunde zu spät kommt, bekommt bislang nur ein Viertel des Fahrpreises zurück. Das soll sich ändern: Das EU-Parlament hat für deutliche Erhöhungen gestimmt.

          Europäische Zugreisende sollen bei Verspätungen höher entschädigt werden. Das Europäische Parlament stimmte am Donnerstag in Straßburg mit überwältigender Mehrheit für eine Verschärfung der EU-Fahrgastrechte aus. Bei Verspätungen von mehr als einer Stunde sollen die Fahrgäste künftig die Hälfte des Fahrpreises zurückerhalten.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Bisher ist es ein Viertel. Bei Verspätungen zwischen anderthalb und zwei Stunden sollen sie Anspruch auf eine Erstattung von drei Vierteln des Fahrpreises und nach mehr als zwei Stunden des gesamten Preises bekommen. Die Unternehmen sollen zudem verpflichtet werden, die Passagiere über deren Rechte auf Entschädigung zu informieren – etwa auf dem Fahrschein.

          Die Abgeordneten sprachen sich dagegen aus, Eisenbahnunternehmen von der Zahlung von Entschädigungen im Falle von „außerordentlichen Umständen“ auszunehmen. „Mit diesen neuen Regeln bringen wir die europäischen Eisenbahnunternehmen dazu, pünktlicher und effizienter zu werden“, sagte der CDU-Abgeordnete Dieter-Lebrecht Koch. „Zudem schaffen wir mit den neuen Entschädigungsregeln Rechtssicherheit für Fahrgäste und Eisenbahnunternehmen gleichermaßen.“

          Weiterhin sollen Behinderte künftig direkt am Bahnhof kostenlose Hilfe beantragen können. Aktuell müssen sie sich meist längere Zeit vorher für Hilfe registrieren. Außerdem sollen die Bahngesellschaften verpflichtet werden, in allen Zügen Stellplätze für Fahrräder bereitzustellen.

          In Kraft treten werden die neuen Regeln voraussichtlich 2020. Zuvor muss der Ministerrat, das Gremium der Mitgliedstaaten, seine Position dazu festlegen. Anschließend müssen sich Parlament und Ministerrat noch auf eine gemeinsame Position einigen.

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