https://www.faz.net/-gv6-9tb6v

Einlagen : Absurde Zinswelt

  • -Aktualisiert am

Das Logo der KfW auf der Zentrale der KfW Bankengruppe. Bild: dpa

Wer spart, wird bestraft, wer sich verschuldet, wird belohnt. Die Förderbank KfW treibt dieses Spiel nun weiter, um Privatleuten und Unternehmern partout noch einen etwas günstigeren Kredit anzubieten als die privaten Institute.

          1 Min.

          Die Finanzwelt stellt sich zunehmend darauf ein, dass eine Welt mit Negativzinsen die neue Normalität ist. Große Institute wie die Deutsche Bank und die Commerzbank denken laut über Strafzinsen auf die Einlagen ihrer Privatkunden nach. Nun geht die staatliche Förderbank KfW den nächsten Schritt zur Zementierung dieser absurden Zinswelt, indem sie ihre Kredite auch zu Negativzinsen herausgeben will.

          Wer spart, wird bestraft, wer sich verschuldet, wird belohnt. Dass die Staatsbank dieses Spiel nun weitertreibt, um Privatleuten und Unternehmern partout noch einen etwas günstigeren Kredit anzubieten als die privaten Institute, ist äußerst fragwürdig. Auch ohnedies bekommt fast jeder, der eine halbwegs sinnvolle Investition angehen will, schon seit geraumer Zeit günstiges Geld dafür von den Banken.

          Die sind schließlich heilfroh, wenn sie ihre Einlagen nicht selbst zu Negativzinsen bei der Europäischen Zentralbank parken müssen. Zur Tränke sind die Pferde also längst geführt, die KfW drückt ihnen nun sinngemäß noch den Kopf ins Wasser. Ob Investitionen, die sich erst durch Zinsgeschenke rechnen, sinnvoll sind, ist fraglich.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Anleger zeichnen mehr Mittelstands-Anleihen

          Mit höheren Zinsen : Anleger zeichnen mehr Mittelstands-Anleihen

          Anleihen kleinerer und mittlerer Unternehmen locken mit hohen Zinsen. Das Risiko für Anleger ist größer als bei Konzernen, die Zahl der Ausfälle aber sinkt – und eine boomende Branche dominiert das Segment.

          Der Goldmann von Goldman

          Gold im Aufwind : Der Goldmann von Goldman

          Jeff Currie, Staranalyst bei Goldman Sachs, hat als einer von wenigen den Gold-Boom 2019 vorhergesagt. Er sieht ihn noch lange nicht am Ende.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.