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Der Steuertipp : Privaträume betrieblich nutzen

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Privat-Räume betrieblich nutzen kann negative steuerliche Folgen haben. Bild: Picture-Alliance

Häufig überlassen Eigentümer einer GmbH ihrer Gesellschaft Räume im Privat-Haus oder in der Wohnung. Das kann negative steuerliche Folgen haben.

          In der Beratungspraxis ist häufig festzustellen, dass Gesellschafter-Geschäftsführer „ihrer“ GmbH Räumlichkeiten im privaten Haus oder der gemieteten Wohnung überlassen. Auch wenn hierfür kein Entgelt vereinbart ist, kann das weitreichende negative steuerliche Folgen haben. Ist der Gesellschafter nämlich mehrheitlich an der GmbH beteiligt, stellt eine derartige Nutzungsüberlassung regelmäßig eine sogenannte Betriebsaufspaltung dar, da durch die Mehrheitsbeteiligung eine personelle und durch die Überlassung des Gebäudes regelmäßig eine sachliche Verflechtung gegeben ist.

          Die Betriebsaufspaltung führt dazu, dass bei Eigentum sowohl der überlassene Raum als auch die Beteiligung an der GmbH regelmäßig ins Betriebsvermögen überführt wird. Erfolgt die Überlassung entgeltlich, löst dies zusätzlich Gewerbesteuer auf die Mieteinnahmen aus.

          Gefährlich werden kann es, wenn die Überlassung der Räumlichkeiten an die eigene GmbH aufgegeben wird oder ein Gesellschafter-Wechsel erfolgt und damit unbeabsichtigt eine bisher unerkannte Betriebsaufspaltung beendet wird. Hierdurch kommt es nämlich zu einer Entnahme der GmbH-Anteile und der überlassenen Räumlichkeiten vom Betriebsvermögen in das Privatvermögen, und es werden die stillen Reserven der Besteuerung unterworfen.

          Hat man eine GmbH selbst gegründet und hierfür einst vor Jahren 25.000 Euro eingesetzt, ergibt sich bei einem aktuellen Unternehmenswert von beispielsweise 1 Million Euro durch die Beendigung der Betriebsaufspaltung im Teileinkünfteverfahren ein steuerpflichtiger Gewinn in Höhe von 585.000 Euro. Bei einem Steuersatz von 45 Prozent löst dieser eine Einkommensteuer in Höhe von 263.250 Euro aus, ohne dass dem Steuerpflichtigen auch nur ein Euro für die Begleichung der Einkommensteuer zufließt.

          Lösung zur Vermeidung der Aufdeckung der stillen Reserven kann die steuerneutrale Einbringung der GmbH-Anteile in eine gewerblich geprägte GmbH & Co. KG sein. Daher sollte bei Überlassungen von Gebäuden beziehungsweise Gebäudeteilen oder Grundstücken an die eigene GmbH auch die Thematik der Betriebsaufspaltung mit überprüft werden.

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