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Social-Media-Alternativen : Ciao, Facebook!

Ein Leben ohne Facebook ist unbequemer, aber möglich. Bild: dpa

Wem die Datenaffäre bei Facebook zu blöd wird, der kann mit ein paar Klicks sein Profil löschen. Es gibt Alternativen – aber können sie das größte Netzwerk der Welt ersetzen?

          Die Datenaffäre bei Facebook hält die Welt weiter in Atem. An mehreren Fronten versucht Mark Zuckerberg, Schadensbegrenzung zu betreiben: die Gesetzgeber muss er besänftigen, da Facebook sonst mehr Regulierung oder gar die Zerschlagung droht. Werbekunden gilt es davon zu überzeugen, dass sie die Schaltung von Anzeigen auf der Plattform nicht mit einem Reputationsverlust bezahlen müssen. Die größte Gruppe aber, die Facebook befrieden muss, sind die rund 2,1 Milliarden Nutzer des sozialen Netzwerkes. Ihnen muss Zuckerberg überzeugend vermitteln, dass ihre Daten bei Facebook sicher sind.

          Jessica Sadeler

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Doch manchen Nutzern reicht es. Denn der aktuelle Datenmissbrauch ist bei weitem nicht der erste. Schon seit Jahren wird dem größten sozialen Netzwerk der Welt vorgeworfen, zu wenig für die Privatsphäre seiner Mitglieder zu tun. Unter dem Hashtag #DeleteFacebook machen genervte Facebook-Nutzer ihrem Ärger nun Luft – und rufen zum Boykott auf. Unter ihnen befinden sich auch einige prominente Namen: der Tesla-Visionär Elon Musk etwa, Apple-Mitgründer Steve Wozniak und sogar Brian Acton, einer der Gründer des Nachrichtendienstes WhatsApp. Der Sofortnachrichtendienst ist seit 2014 Teil des Facebook-Imperiums.

          Die Versuchung ist groß, Facebook mit ein paar Klicks die Macht über seine persönlichen Informationen zu entziehen. Doch was dann? Ganz ohne soziale Vernetzung ist ein Leben im digitalen Zeitalter kaum mehr vorstellbar. Eines ist klar: das Löschen des Facebook-Profils ist kein Allheilmittel für Privatsphäre im Internet. Wer heutzutage einen Fuß ins Netz setzt, hinterlässt unweigerlich digitale Fußabdrücke. Möchte man diese jedoch nicht mehr in Zuckerbergs Vorgarten hinterlassen, gibt es ein paar Alternativen, die einen Blick lohnen.

          1. Die Allrounder

          Google Plus gilt hinter Facebook als das zweitgrößte soziale Netzwerk und kommt mit vielen ähnlichen Funktionen daher, wie etwa einem News Feed und einem Fotobereich. Praktisch ist sicherlich auch, dass das Google Plus-Profil mit allen anderen Google-Produkten verbunden ist und somit viele Dienste in sich vereint. Zwar hat Google Plus mit rund drei Milliarden registrierten Nutzern sogar eine größere Gemeinschaft als Facebook. Die Zahl bezieht sich jedoch auf alle Google-Konten, inklusive Gmail. Aktiv nutzen nur etwa vier bis sechs Millionen Menschen die Plattform. Mittlerweile gilt Google Plus als soziales Netzwerk als gescheitert, weil es sich nicht gegen Facebook durchsetzen konnte. Bekommt es nun vielleicht eine zweite Chance?

          Ein weiteres soziales Netzwerk mit einer ähnlichen funktionalen Bandbreite wie Facebook ist Diaspora. Das Open-Source-Projekt punktet mit Datensicherheit und ist außerdem komplett werbefrei. Der dezentrale Aufbau der Plattform sorgt dafür, dass kein einzelner Anbieter die persönlichen Informationen der Mitglieder sammeln kann. Diaspora bietet Funktionen wie Statusmeldungen, Hashtags und Chats, jedoch müssen die Mitglieder über ein gewisses technisches Know-How verfügen, um sich einen persönlichen Server einzurichten. Ein weiterer Nachteil: mit nur 50.000 aktiven Nutzern in den vergangenen sechs Monaten kann man bei Diaspora kaum von einem Netzwerk sprechen – dem Namen entsprechend ist es eher eine kleine zerstreute Gemeinschaft.

          2. News Feed

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