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Schlechte Apfelernte : Der Deutschen liebstes Obst wird teurer

  • Aktualisiert am

Wegen der schlechten Apfelernte dürfte der Preis für das beliebte Obst steigen. Bild: dpa

Verbraucher müssen in der nächsten Zeit wahrscheinlich tiefer in die Tasche greifen, um Äpfel zu kaufen. Der Kilopreis steigt deutlich an.

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          Die Obstbauern in Niedersachsen und Hamburg befürchten wegen des schlechten Wetters herbe Verluste bei der Apfelernte. Noch hoffen sie aber auf ertragsstarke Sorten wie Jonagold und Braeburn, wie die Sprecherin des Landvolks Niedersachsen, Gabi von der Brelie, in Hannover sagte. Da die Ernte dieser Sorten noch nicht abgeschlossen sei, könne voraussichtlich erst in rund zehn Tagen eine Bilanz gezogen werden.

          Klar sei aber schon jetzt, dass das Wetter negative Folgen hat. Gerade sei der starke Regen ein großes Problem für die Region Niederelbe. Im September hatte das niedersächsische Landesamt für Statistik mitgeteilt, dass die Bauern in Niedersachsen und Hamburg mit einer Gesamtmenge von rund 230.000 Tonnen rechnen - gut ein Drittel weniger als 2016.

          An der Niederelbe mit dem Kerngebiet Altes Land werden rund 10.500 Hektar mit Obst bebaut. Nach Angaben des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums ist das Alte Land eines der wichtigsten Obstanbaugebiete Europas.

          Frost im April hat die Ernte verdorben

          Die Landwirte am Bodensee rechnen in diesem Jahr derweil ebenfalls mit deutlichen Verlusten - obwohl die Preise für das Obst steigen dürften. Der Schaden lasse sich auch nicht über höhere Verbraucherpreise für die regionale Ernte kompensieren. Äpfel sind mit Abstand das beliebteste Obst der Deutschen: Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei über 24 Kilogramm im Jahr.

          „Wir haben europaweit eine deutlich kleinere Ernte, weil es in vielen Ländern massiven Frost gab“, sagte Jürgen Nüssle von der Marketinggesellschaft Obst vom Bodensee. „Das lässt zwar den Preis steigen - allerdings reicht das bei Weitem nicht aus, um die Schäden zu kompensieren.“ Nüssle zufolge müssen Kunden derzeit mit einem Kilopreis von rund 2,99 statt 1,99 Euro bei dem Äpfeln rechnen.

          Wie viel davon beim Erzeuger ankommt, lasse sich pauschal aber nicht sagen - das sei etwa abhängig von der Sorte. „Es ist aber sicher weniger als die Hälfte.“

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          In vielen Anbaugebieten hat später Frost mitten in der Blütezeit im April die Ernte verdorben. Laut der Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume (LEL) droht europaweit mit 9,3 Millionen Tonnen die kleinste Apfelernte seit zehn Jahren. Für Deutschland werde mit 555 000 Tonnen (minus 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr) sogar der geringste Ertrag seit der Wiedervereinigung prognostiziert.

          Regionen wie die Niederelbe seien dank Frostberegnungsanlagen mit Verlusten von geschätzt 35 Prozent noch glimpflich davongekommen, sagt der LEL-Experte Dennis Hezel. In Baden-Württemberg seien dagegen zwei Drittel einer Durchschnittsernte vernichtet worden.

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