https://www.faz.net/-hbv-9jjxh

Online-Makler : Verbraucherschutzministerium erwägt Stärkung der Aufsicht

  • Aktualisiert am

Mehr Aufsicht für Vergleichsportale? Bild: dpa

Nach der Insolvenz des Billigstromanbieters BEV, überlegt das Verbraucherschutzministerium laut einem Medienbericht Vergleichsportale stärker zu beaufsichtigen.

          Die Insolvenz des Billigstromanbieters BEV, der vor allem dadurch auffiel, dass er mit hohen Prämien Kunden lockte, in der Hoffnung, diese würden nach massiven Preiserhöhungen bleiben, ruft jetzt offenbar das Verbraucherschutzministerium auf den Plan.

          Das Ministerium wolle Vergleichsportale wie Verivox oder Check24 künftig stärker kontrollieren, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Staatssekretär Gerd Billen wolle prüfen lassen, ob die Bundesnetzagentur in ihrer Aufsichtsfunktion gestärkt werden könne. Auftrag der Netzagentur ist es derzeit, den Wettbewerb unter Versorgern zu überwachen.

          In einer Untersuchung hat auch das Bundeskartellamt jüngst Zweifel an den Bewertungen und Ranglisten der Dienstleister geäußert, die sich selbst als Vergleichsportale bezeichnen und damit den Anstrich größere Objektivität geben. Tatsächlich handelt es sich um Makler, die ihr Geschäft online betreiben. Denn genau wie Finanzberater finanzieren sie sich durch Provisionen im Fall der Kundenvermittlung, aber auch durch Entgelte für eine besser Darstellung, oft angepriesen als „Bester Tarif“ oder „Preis-Leistungs-Knüller“, wobei auch das Kartellamt bemängelt, dass der Grund dafür oft nicht klar ist.

          Den Verbraucherzentralen sind die Online-Makler schon länger ein Dorn im Auge. So werde etwa die Tatsache, dass Anbieter nicht in den Vergleichen auftauchen, die keine Provisionen zahlen, als Service und Prüfung verkauft. Die Vergleiche seien daher unvollständig. Die Verbraucherschützer fordern daher schon länger strengere Kriterien für die Anbieter. Im vergangenen Jahr hatte das Landgericht München Check24 ein Ordnungsgeld angedroht, weil das Unternehmen über seine Maklerrolle nicht offen genug informiere.

          Im Fall BEV kann den Online-Maklern allerdings nicht vorgeworfen werden, sie hätten Risiken verschleiert. Denn die Informationen in den Portalen sind fast immer korrekt und aktuell.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.