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Zahl der Fake-Shops nimmt zu : Achtung, kriminelle Online-Shops!

Die Zahl der Fake-Shops nimmt zu: Ein auf Prävention im Bereich Internetkriminalität spezialisierter Polizeihauptkommissar im Landeskriminalamt Niedersachsen an seinem Arbeitsplatz. Bild: dpa

Vier Millionen Deutsche sind schon Opfer von Betrügern im Internet geworden. Wie erkenne ich Fake-Shops?

          Das Angebot des Online-Shops ist verlockend: Winterjacken einer Nobelmarke werden zu Schnäppchenpreisen angepriesen. 70 Prozent weniger sollen die Jacken kosten, zudem ist der Versand angeblich kostenfrei. Das „besondere November-Angebot“ der Internetplattform klingt zu schön, um wahr zu sein. Und tatsächlich entpuppt sich das Online-Outlet, das über eine professionell aufgemachte Website mit schicken Produktfotos verfügt, als Fake-Shop. Das heißt, die angebliche Markenware ist entweder minderwertig, oder bezahlte Artikel werden nicht geliefert. Von solchen Online-Shops, die Verbraucher um ihr Geld betrügen, gibt es Hunderttausende.

          Thomas Klemm

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Noch vor einiger Zeit waren solche betrügerischen Internetgeschäfte leicht zu erkennen. Ihre Websites waren mehr schlecht als recht gemacht, viele Angaben waren schon auf den ersten Blick verdächtig. Inzwischen sind Fake-Shops aber kaum noch von vertrauenswürdigen Online-Shops zu unterscheiden. „Sie sind teilweise Kopien real existierender Websites, wirken daher seriös und lassen beim Käufer selten Zweifel an ihrer Echtheit aufkommen“, sagt Kriminaloberrat Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Nicht nur die Produktbilder auf den gefälschten Verkaufsplattformen wirken echt, sondern selbst die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und das Impressum erscheinen vertrauenerweckend. Was daran liegt, dass alles von anderen Online-Shops abgekupfert ist.

          Kriminalpolizei und Verbraucherschützer können noch so sehr warnen: Immer wieder fallen Deutsche auf betrügerische Internethändler herein. Sie glauben, Marken-Sportschuhe, Smartphones oder Fahrräder zu kaufen, bekommen aber nichts oder nur Ramsch für ihr Geld. Der Schaden, der daraus entsteht, ist immens. Eine Umfrage der „Marktwächter Digitale Welt“ der Verbraucherzentrale Brandenburg hat im vergangenen Juni ergeben, dass wohl mehr als vier Millionen Deutsche schon einmal einem betrügerischen Online-Shop aufgesessen sind. Viele haben es erst bemerkt, als es zu spät war: Vier von zehn Opfern erhielten ihr Geld nicht zurück, wenn sie per Vorkasse – also Überweisung oder Kreditkarte – bezahlt hatten. Etwa ein Drittel derer, die einen Bezahldienst wie Paypal nutzten, bekamen ihr Geld auch nicht erstattet.

          Hochkonjunktur für die Fake-Shop-Betreiber

          Allein bei den Marktwächtern melden sich jeden Monat bis zu 20 Deutsche, die um ihre Ware oder ihr Geld geprellt wurden. Fake-Shop-Opfer sollten auf jeden Fall Anzeige bei der Polizei erstatten und dafür alle Belege des Online-Kaufs mitbringen: Kaufvertrag, Bestellbestätigung oder E-Mail-Ausdrucke. Mit solchen Beweisen kann die Löschung eines Fake-Shops versucht werden. Die strafrechtliche Verfolgung von Tätern sei aber schwierig, „weil sie aus dem Ausland agieren“, sagt Kriminalpolizist Schmidt.

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