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Aufschub von Hauptversammlung : Keine Dividendenzahlung wegen Coronagefahr

Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, spricht zu den Aktionären auf der Hauptversammlung vergangenen Jahres – dieses Jahr könnte die Versammlung aufgrund des Coronavirus verschoben werden. Bild: dpa

Die Überweisung der Gewinnbeteiligung braucht zwingend den Beschluss der Hauptversammlung. Doch wenn die Ansteckungsgefahr hoch bleibt, könnten die Aktionärsversammlungen verschoben werden.

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          Das Coronavirus könnte die Hauptversammlungssaison erheblich beeinträchtigen. Bleibt die Ansteckungsgefahr hoch, könnten sich die Unternehmen überlegen, die Aktionärsversammlungen zu verschieben. Das Aktienrecht sieht vor, dass Hauptversammlungen innerhalb von acht Monaten nach dem Ende des Geschäftsjahres stattzufinden haben. Und zwar als Präsenzveranstaltung, nur Online reicht nicht. Für Unternehmen mit der europäischen Gesellschaftsform SE gilt sogar eine sechsmonatige Frist. „Gibt es eine behördliche Anordnung, dass größere Veranstaltungen auszusetzen sind, dann ist diese Beschränkung aber nicht mehr entscheidend“, sagt Christoph Seibt, Partner der Anwaltskanzlei Freshfields, der F.A.Z.

          Inken Schönauer

          Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Zeitpunkt der Hauptversammlung ist für Aktionäre ist wichtig. „Es muss einen Gewinnverwendungsbeschluss geben, um die Dividende auszahlen zu können“, ergänzt Freshfields-Partnerin Sabrina Kulenkamp. Der aber wiederum wird auf der Hauptversammlung gefasst. Gibt es keinen Beschluss, gibt es auch keine Auszahlung. „In anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Niederlande oder auch Spanien gibt es die Möglichkeiten von Interimsdividenden bei Börsenunternehmen“, sagt Kulenkamp. „Solche Zwischenzahlungen sind in Deutschland unzulässig“, sagt die Juristin.

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