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Folgen des Coronavirus : Mehr Sorgfalt bei Immobilien

Dem Markt für Wohnimmobilien sollte die Corona-Pandemie eher wenig ausmachen. Bild: Wolfgang Eilmes

Auch der Immobilienmarkt wird von den Folgen des Coronavirus betroffen sein. Künftig heißt es, noch besser auszuwählen. Denn es gibt auch Bereiche, die weniger betroffen sind - oder sogar profitieren können.

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          Wenn eine umfassende Krise den Alltag und die Finanzmärkte erschüttern, geht es den Menschen ähnlich wie wenn sie hören, es seien Taschendiebe unterwegs: Sie tasten instinktiv nach ihrer Geldbörse um sich zu vergewissern, dass diese noch da ist. Jeder der Vermögen besitzt, tut derzeit dasselbe.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Immerhin bei einer Art von Vermögen scheinen sich die Deutschen sicher zu sein: Immobilien. 80 Prozent halten diese auch jetzt für sehr wertstabil, ist das Ergebnis einer Online-Umfrage des Immobilien-Crowdinvesting-Portals Exporo, für die 1048 Bundesbürger befragt wurden.

          Allein an der Börse wurden Immobilieninvestments zunächst einmal heftig gebeutelt. Die Kurse der großen deutschen Immobilienfonds aus den Häusern der Sparkassen und Volksbanken sowie der Deutschen und der Commerzbank – sie alle fielen im März binnen weniger Tage um 10 bis 20 Prozent, vor allem an der Londoner Börse, wo diese Fondsanteile vergleichsweise rege gehandelt werden. Mittlerweile aber haben auch hier die Kurse die Hälfte bis drei Viertel ihrer ursprünglichen Abgaben wieder wettgemacht.

          hausInvest

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          Anscheinend holten sich auch hier Anleger Liquidität, um anderswo entstandene Verluste zu decken. Immobilien scheinen in einer #StayAtHome-Gesellschaft womöglich sogar attraktiver als zuvor. Indes zweifeln Experten daran, dass die Immobilienbranche so ganz ungeschoren davon kommt. Auch die Preise von Sachwerten werden zumindest auf kurze Sicht unter Druck geraten, ist sich Chris Urwin sicher, der beim institutionellen Investor Aviva die Forschungsabteilung für Sachwerte leitet. Negativ wirkt sich die aktuelle Krise vor allem auf Einzelhandels- sowie Hotel- und Freizeitimmobilien aus.

          Am stärksten betroffen sei der Hotelsektor, schreibt Matthias Pink Geschäftsführer beim Immobiliendienstleister Savills. Die Auslastung sei deutlich rückläufig und eine baldige Erholung unwahrscheinlich. Zwar sei mit einem gewissen Nachholeffekt zu rechnen, dennoch seien mit erheblichen Umsatzeinbußen und ohne staatliche Unterstützung auch Insolvenzen zu erwarten.

          Auch der Markt für Büroimmobilien reagiere immer sehr sensibel auf konjunkturelle Schwankungen, sagt Sven Carstensen, Büroimmobilienexperte des Analyseinstituts Bulwiengesa. Er rechnet mit steigenden Leerständen, wenn auch auf moderatem Niveau. Stark werde es Co-Working-Anbieter treffen und Unternehmen in Branchenkrisen.

          Selbst für Pflegeimmobilien schätzt die zuständige Bereichsleiterin Heike Piasecki, die Situation eher  negativ ein. Es könne kurz- bis mittelfristig zu Rückgängen in der Auslastung kommen; Insolvenzen kleiner Betreiber mittelfristig nicht auszuschließen.

          Wohnen und Logistik im Vorteil

          Doch es gibt auch Bereiche, die weniger betroffen sind oder sogar profitieren können. Die Krise könne den Trend zur Ad-hoc-Produktion umkehren und der Lagerflächenbedarf steigen, meint man bei Bulwiengesa. Das komme Logistikimmobilien zugute. Für Wohnimmobilien seien die unmittelbaren Auswirkungen eher gering, solange die Rezession eher scharf und kurz verlaufe. Tendenziell könne sogar die Fluktuation sinken.

          In manchem deutschen Immobiliensegment wird das negative Entwicklungen verschärfen, die sich vorher schon abgezeichnet haben. So ist die Fläche der Projektentwicklungen für den Einzelhandel und die Hotellerie in den sieben deutschen A-Städten Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf und Köln und schon im Vorjahr deutlich zurückgegangen. Vor allem aber der Bau von Wohnimmobilien dürfte nach der jüngsten Projektentwicklerstudie von Bulwiengesa dort abnehmen. Man solle aber davon nicht auf den gesamten deutschen Wohnungsmarkt schließen.

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