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„Ping Calls“ : Sorglos zurückrufen

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Komische Nummern in den verpassten Anrufen? Bloß nicht zurückrufen! Bild: Maria Klenner

Das Handy klingelt gar nicht, trotzdem steht ein verpasster Anruf auf dem Display – aus Marokko. Es ist eine Betrugsmasche: Wer zurückruft, muss viel Geld zahlen. Jetzt hat die Behörde einen Weg dagegen gefunden.

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          Die Bundesnetzagentur stoppt eine Abzocke-Masche mit teuren Rückrufen über das Handy. Es geht um die so genannten “Ping Calls“. Bis spätestens zum 15. Januar 2018 müsse bei solchen Anrufen für bestimmte internationale Vorwahlen eine kostenlose Preisansage geschaltet werden, kündigte der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann am Montag in Bonn an.

          Die Abzocke ist längst nicht neu, praktisch alle großen Telefonanbieter kennen sie, in der Bevölkerung fiel sie aber weitgehend in Vergessenheit – bis in den Sommer und Herbst. Seitdem ist die Masche wieder gehäuft aufgetreten.

          Sie beruht darauf, dass internationale Vorwahlen aus weit entfernten Ländern leicht mit deutschen Vorwahlen verwechselt werden können. So ähnelt die Vorwahl von Madagaskar +261 der Koblenzer Vorwahl 0261 und die Vorwahl Liberias +231 der Vorwahl Dortmunds 0231, Marokkos +212 ähnelt den Vorwahlen von Haan oder Solingen.

          Bei den Ping-Calls wird aus dem Ausland kurz angerufen, um einen Rückruf zu provozieren. Wer die Nummer zurückruft, landet nicht nur in Marokko, sondern auf einer besonders teuren Nummer in Marokko, die teils mehrere Euro pro Minute kostet. Der Betrüger bekommt das Geld, der Anrufer zahlt per Telefonrechnung.

          Die Bandansage soll den Betrug jetzt stoppen. „Damit machen wir das rechtswidrige Geschäftsmodell wirtschaftlich unattraktiv“, sagt Netzagentur-Präsident Jochen Homann. Verbraucher könnten nach der Warnung vor hohen Kosten für den Rückruf noch auflegen, ohne dass Kosten anfielen.

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