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Abgebrochene Auktionen : Uhr für Ebay-Abbruchjäger tickt

„Abbruchjäger“ kommen bislang mit ihrer Masche vor Gericht oft durch. Bild: dpa

„Abbruchjäger“ sind die schwarzen Schafe auf Ebay. Sie steigern in Auktionen mit, um hinterher Schadensersatz einzuklagen. Bislang kommen sie oft damit durch, doch der BGH könnte sie bald stoppen.

          Die Auktionsplattform Ebay hat die Suche nach Schnäppchen massentauglich gemacht. „Die Begeisterung, ein gutes Geschäft zu machen“, sei Teil von Ebay, heißt es sogar in der Selbstbeschreibung des amerikanischen Unternehmens. Allerdings lockt Ebay nicht nur Schnäppchenjäger, die hoffen, mitunter teure Produkte zu einem günstigen Preis zu erwerben. Auf der Plattform treiben sich augenscheinlich auch „Abbruchjäger“ herum. Sie bieten um ein Produkt mit und hoffen, dass der Verkäufer eine Auktion vorzeitig und fehlerhaft beendet, um dann Schadensersatz von ihm zu fordern. Einen solchen Fall eines Abbruchjägers hat am Mittwoch nun der Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt (Aktenzeichen: VIII ZR 182/15). Die Richter haben dabei erkennen lassen, dass sie mit ihrem für Ende August erwarteten Urteil dem missbräuchlichem Treiben der Schadensersatz-Spekulanten zum ersten Mal einen Riegel vorschieben könnten.

          Im konkreten Fall geht es um eine vier Jahre zurückliegende Versteigerung eines Motorrads, das 4900 Euro wert gewesen sein soll. Der Kläger hatte einen Stellvertreter auf Ebay den Startpreis von 1 Euro bieten lassen. Danach brach der Verkäufer die Auktion allerdings ab, weil in der Beschreibung des Motorrads Fehler steckten. Der Kläger verlangte schließlich Schadensersatz in Höhe von 4899 Euro – exakt die Differenz zum vermuteten Wert des Motorrads. Bevor der Rechtsstreit zum Bundesgerichtshof ging, hatte sich schon das zuständige Landgericht Görlitz in seinem Urteil überzeugt gezeigt, dass der Stellvertreter des Klägers als Abbruchjäger tätig war, „dem es vor allem darum ging, dass der Beklagte sein Angebot frühzeitig abbrechen möge, damit gegen ihn Schadensersatzforderungen geltend gemacht werden können“. Dafür spreche, dass er zu einem bestimmten Zeitpunkt auf Ebay Gebote im Gesamtwert von 215.000 Euro abgegeben und mehrfach versucht habe, Schadensersatz zu erstreiten.

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