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Wo am günstigsten getankt wird : Benzin und Diesel im Juli nur leicht teurer

Günstig tanken. Bild: dpa

Trotz der Sommerferien verteuern sich die Kraftstoffpreise nur minimal. In einigen Großstädten zahlen Verbraucher für eine Tankfüllung aber mehr als im Bundesdurchschnitt.

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          Trotz der anziehenden Konjunktur und der Reisewelle in den Sommerferien sind die Kraftstoffpreise im Juli nur leicht gestiegen. Das berichtet das Internetportal Clever-Tanken in seiner monatlichen Auswertung von Tankstellenpreisen. Ein Liter Super E10 kostete demnach im Monatsmittel 1,255 Euro, etwa 2 Cent mehr als im Vormonat. Diesel verteuerte sich um lediglich 0,4 Cent auf 1,0899 Euro je Liter.

          Steffen Bock, Geschäftsführer von Clever Tanken, machte für die eher stabile Preisentwicklung zwei Faktoren verantwortlich. Zum einen sei der Preis für Rohöl seit den Tagen des weltweiten Shutdowns wieder deutlich gestiegen. Auf der anderen Seite sei der Euro derzeit relativ stark, das mache Einfuhren von Öl und Benzin nach Deutschland günstiger.

          Super E10 in Stuttgart am teuersten

          Im Vergleich zum Gesamtjahr 2019 bewegten sich die Preise für Kraftstoffe gleichwohl weiter auf einem hohen Niveau, berichtet Clever-Tanken weiter. Im Vergleich zum bisher teuersten Tankmonat dieses Jahres, dem Januar, sei Diesel im Juli rund 14 Cent günstiger gewesen. Für einen Liter Diesel seien im Juli im Schnitt sogar 20 Cent weniger gezahlt worden als zum Jahresbeginn.

          Wie viel macht das in der Praxis aus? Für vier Tankfüllungen zu 60 Litern Super E10 zahlten die Autofahrer im Juli durchschnittlich 301,20 Euro. Das waren rund 4,13 Euro mehr als im Juni. Dieselfahrer zahlten für vier Tankfüllungen zu 60 Litern im Bundesdurchschnitt 261,58 Euro. Das waren rund 1,03 Euro mehr als im Juni.

          Beim Preisvergleich der 20 größten deutschen Städte von Clever Tanken schaffte es Bonn zum zweiten Mal in Folge auf die Spitzenposition der günstigsten Super-E10-Tankstädte. 1,2210 Euro kostete hier der Liter im Monatsschnitt. Dahinter reihten sich Dresden (1,2348 Euro) und Leipzig (1,2393 Euro) ein. Im Mittel am meisten zahlten Autofahrer für Super E10 hingegen in Stuttgart (1,2757 Euro), Hamburg (1,2686 Euro) und Nürnberg (1,2675 Euro). Für vier Tankfüllungen zu 60 Liter Super E10 zahlten Autofahrer in Stuttgart damit rund 306,17 Euro. Das waren etwa 13,13 Euro mehr als im günstigen Bonn. 

          Preise bleiben auf niedrigem Niveau

          Auch beim Vergleich der günstigsten Dieselstädte schaffte es Bonn im Juli wiederholt auf Platz eins. 1,0610 Euro kostete der Liter hier im Schnitt. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Dresden (1,0759 Euro) und Bochum (1,0781 Euro). Den Titel der teuersten Diesel-Tankstadt holte sich im Juli ebenfalls Stuttgart mit durchschnittlich 1,1035 Euro pro Liter. Dahinter folgten Hannover (1,0969 Euro) und Wuppertal (1,0955 Euro). 

          Mit Blick auf den kommenden Monat erwarten die Kraftstoff-Fachleute von Clever-Tanken, dass die Preise weiterhin auf einem niedrigen Niveau verharren werden. Geschäftsführer Bock äußerte: „Die Rohölnotierungen haben sich zwar seit ihrem historischen Einsturz im April während der Corona-Krise erholt. Von den Preisen zu Jahresbeginn mit rund 69 Dollar je Barrel Brent sind wir aktuell jedoch weit entfernt. Obwohl die Weltwirtschaft anzieht und auch die amerikanischen Öllagerbestände im Juli gefallen sind, sprechen viele Gründe gegen einen nennenswerten Anstieg der Ölpreise.“

          BRENT

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          So sei die Corona-Situation in den Vereinigten Staaten weiterhin angespannt, was die Konjunkturerholung schwäche. In aller Welt würden zudem Ausbrüche weiterer Corona-Wellen befürchtet. Die politischen Differenzen zwischen den Vereinigten Staaten und China bedeuteten ebenfalls Risiken. Darüber hinaus hätten das Ölkartell Opec und verbündete Länder wie Russland im Juli beschlossen, ihre Förderkürzungen von August an wieder zu lockern, was mehr Öl in den Markt bringe und die Preise drücke. 

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