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Verunsicherung an den Märkten : Die Bauzinsen fallen – auch wegen des Coronavirus

Hausbau in Baden-Württemberg Bild: dpa

Noch zum Jahresanfang sah es so aus, als sei die Zeit der ganz niedrigen Bauzinsen in Deutschland vorbei. Doch mittlerweile hat sich diese Entwicklung wieder gedreht. Was steckt dahinter?

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          Die Bauzinsen haben ihren Anstieg vom Jahreswechsel und aus dem Januar nicht mehr fortgesetzt und fallen im Februar wieder etwas. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil im vergangenen Jahr etwa seit Oktober eine leichte Aufwärtsentwicklung der Zinsen von dem sehr niedrigen Niveau aus zu beobachten war. Im Durchschnitt verlangen die Banken laut Index des Internetportals Biallo für Baudarlehen mit zehn Jahren Zinsbindung derzeit rund 0,75 Prozent, nach 0,82 Prozent im Januar. Die FMH-Finanzberatung kommt auf durchschnittlich 0,73 Prozent, nach 0,83 Prozent im Januar.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Hinter dieser Entwicklung steckt offenbar unter anderem eine gewisse Verunsicherung an den Finanzmärkten. „Die Angst vor dem Coronavirus senkt die Bauzinsen“, meint Max Herbst von der FMH-Finanzberatung. Die Bauzinsen folgten der Rendite der Bundesanleihe mit zehn Jahren Laufzeit, und die sei innerhalb weniger Wochen von minus 0,17 auf minus 0,41 Prozent gefallen, bevor sie wieder leicht auf minus 0,39 Prozent gestiegen sei. Schuld sei eine Unsicherheit an den Finanzmärkten, die er sich nur durch die Ausbreitung des Coronavirus erklären könne, sagte Herbst. Auch Jörg Krämer, der Chefvolkswirt der Commerzbank, meinte: „Seitdem die Corona-Epidemie in den Fokus der Märkte geriet, ist die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe um 0,25 Prozentpunkte gefallen.“ Die seit einigen Tagen wieder fallende Zahl der Neuinfektionen habe die Renditen nur wenig steigen lassen. „Dazu mag auch beigetragen haben, dass deutsche Konjunkturindikatoren wie die Industrieproduktion oder die Auftragseingänge zuletzt massiv enttäuscht hatten“, sagt Krämer. Auch die Daten im Rest des Euroraums seien schwach ausgefallen, sagte der Ökonom: „In diesem Umfeld laufen Forderungen nach einem Ende der lockeren EZB-Politik ins Leere.“

          Kein Grund für geldpolitische Wende

          Der Zinsanstieg beim Baugeld im Dezember und Januar sei „nur von kurzer Dauer“ gewesen, konstatiert auch das Vermittlungsportal Interhyp. „Die aktuelle Geldpolitik der Zentralbanken stützt das Niedrigzinsniveau insgesamt“, sagte Vorstandsmitglied Mirjam Mohr. „Zudem führen globale Unsicherheiten immer wieder zu einer verstärkten Nachfrage nach sicheren Anlagen wie Bundesanleihen und in der Folge zu niedrigen Bauzinsen.“ Daran werde sich voraussichtlich tendenziell auch so schnell nichts ändern, prognostiziert Interhyp: „Bauwillige werden weiterhin günstige Finanzierungsbedingungen vorfinden.“

          Eine Sparkassen-Direktbank ist günstig

          Als günstige Anbieter von Baudarlehen mit zehn Jahren Zinsbindung nennt die FMH-Finanzberatung derzeit die 1822direkt, die Direktbank der Frankfurter Sparkasse, mit 0,62 Prozent Effektivzins im Jahr für ein Darlehen über 300.000 Euro bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro und 3 Prozent Tilgung. Die Degussa Bank verlange für ein vergleichbares Darlehen 0,67 Prozent, Santander 0,72 Prozent und die BB Bank 0,73 Prozent. Die Postbank verlangt 0,74 Prozent und die ING 0,77 Prozent.

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