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Automobilindustrie : Das Durchschnittsauto ist 9,3 Jahre alt

  • Aktualisiert am

Neuwagen von Mercedes-Benz und BMW stehen auf dem Autoterminal in Bremerhaven. Bild: dpa

Die Autos der Deutschen werden immer älter. Der Stolz, einen Neuwagen zu besitzen, ist vielen abhanden gekommen.

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          Die Deutschen werden „Auto-müde“. Das zeigt der Trend der Pkw-Zulassungen über mehr als 10 Jahre, der sich auch im ersten Halbjahr 2017 verfestigt hat. Immer weniger Neuwagen werden auf Privatkunden zugelassen. Wenn, dann kaufen die Deutschen junge Gebrauchte. Die Konsequenz: Der Anteil der Neuwagen an den Fahrzeugen der Privatnutzer wird immer geringer und lag zuletzt bei 2,9% und die Autos auf Deutschlands werden immer älter, mittlerweile 9,3 Jahre. Im Jahr 2000 waren es noch durchschnittlich 6,9 Jahre. Dies ergab eine Untersuchung des CAR-Forschungszentrums der Universität Duisburg-Essen.

          Der Studie zufolge fahren auf Deutschlands Straßen im Moment 45,07 Millionen Autos. 41,2 Millionen davon sind demnach auf Privatpersonen zugelassen. Sowohl der Anteil der Neuwagenkäufer als auch die absoluten Pkw-Neuwagenzulassungen auf Privatkunden gehen also im Trend zurück. Dieselkrise, drohende Fahrverbote, die Entwertung von Diesel-Pkw - die starke Verbraucher-Verunsicherung verstärkt diesen Trend weiter, so Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer.„Vertrauen und Glaubwürdigkeit ist schwer zu ersetzen, wenn es sich um Produkte im 30.000 Euro Preisbereich handeln.“ Unter den Privatkunden hätten sich beispielsweise im ersten Halbjahr noch 24,2 Prozent für einen Selbstzünder entschieden. Nur 2009, im Jahr der Abwrackprämie, lag der Anteil mit 16,7 Prozent noch tiefer. 2006 dagegen wollte noch ein Drittel der Privatkäufer einen Diesel.

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          Zusätzlich scheint es an Innovationen zu fehlen, die Begeisterung und Emotionen für neue Autos wecken. Dabei sind die Autobauer an der Entwicklung nicht ganz unbeteiligt, wie der Experte kritisiert: „Mit immer mehr Tageszulassungen und jungen Gebrauchten aus dem Bestand von Autobauern und Autohändler trainiert man seine Kunden darauf, den richtigen Neuwagen links liegen zu lassen. Die Begeisterung für neue Autos ist abgeflacht, der Gebrauchte tut es auch ganz gut", urteilte Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer. Kontinuierliche Verbesserung „wird irgendwann langweilig".

          Kunden haben gelernt mit Rabatten zu kaufen

          Dudenhöffer urteilte, das Auto werde für die Menschen in Deutschland immer mehr zum Gebrauchsgegenstand. Die emotionale Bindung, der Stolz, ein neues Auto zu besitzen, hätten dagegen über die Jahre deutlich abgenommen: „Das Auto verliert deutlich an Anziehungskraft." Ein paar PS oder ein paar Zentimeter Länge oder Breite mehr beim  Nachfolgemodell reichten nicht aus, um Emotionen auszulösen. Er gehe nicht davon aus, dass Autos den Privatkunden schlicht zu teuer würden - angesichts der vielen verkauften Premiumautos.

          Die besten Kunden der Autobauer und -händler seien diese selbst, betonte der Experte. Im ersten Halbjahr seien 30,6 Prozent aller Neuzulassungen auf das Konto der Händler und Hersteller gegangen - 2006 seien es 24,6 Prozent gewesen. Weitere 23 Prozent gingen an Unternehmen. Allerdings blieben die Autos nicht lange auf Händler und Hersteller zugelassen, sondern gingen oft nach ein paar Tagen - als Tageszulassungen und mit einem Rabatt von 20 bis 35 Prozent - an die Privatkunden. Die Menschen hätten gelernt, mit hohen Rabatten zu kaufen, erklärte der Auto-Fachmann.

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