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Für Neukunden : Auch ING erwägt Strafzinsen

Das Logo der ING Bank steht vor der Firmenzentrale in Amsterdam. Bild: dpa

Kunden sollen lieber in Aktienfonds investieren. Für Sparer wird es immer schwieriger, ihr Geld mit attraktiver Rendite anzulegen.

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          Mit Kampfangeboten bei den Zinsen für Tagesgeld und Festgeld ist der niederländische Finanzkonzern ING mit seiner Tochtergesellschaft ING Diba zur größten Direktbank und einer der größten Privatkundenbanken Deutschlands aufgestiegen. Doch auch hier denkt man nun laut über Strafzinsen für Neukunden nach. „Derzeit haben wir keine konkreten Pläne, ein Verwahrentgelt für unsere Bestandskonten einzuführen. Wir beobachten die Marktentwicklung aber sehr genau und sehen, dass immer mehr Banken ein Verwahrentgelt für Neukonten einführen“, sagte Finanzvorstand Norman Tambach im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Dementsprechend bereiten wir uns vor, auf diese Marktentwicklungen zu reagieren.“

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dass nun auch einer der jahrelangen Preisführer im Zinsgeschäft mit Negativzinsen liebäugelt, verdeutlicht einmal mehr, wie schwierig es für Sparer inzwischen ist, ihr Geld mit attraktiver Rendite anzulegen. Die Europäische Zentralbank verlangt derzeit 0,5 Prozent Strafzinsen auf Geld, das Geschäftsbanken bei ihr parken, statt es, wie gewollt, in Form von Krediten auszugeben. Obwohl es inzwischen Freibeträge für bestimmte Summen gibt, bleibt dies für die Branche eine Milliardenbelastung. Die Kosten geben immer mehr Institute weiter und berechnen Kunden Negativzinsen, teilweise schon ab dem ersten Euro. Wie andere Banken auch will die ING ihre Kundschaft nun dazu bewegen, in Aktienfonds zu investieren. Entsprechende Wertpapiersparpläne sollen Kunden vom 1. November an ab 1 Euro im Monat besparen können, wie der Vorstands-Chef Nick Jue sagte. „Wir wollen unseren Kunden den Einstieg in das Wertpapiersparen so einfach wie möglich machen und schaffen deshalb den Mindestbetrag für alle Wertpapiersparpläne ab.“ Die meisten Banken geben für solche Sparraten ein Minimum von 50, teilweise von 25 Euro vor.

          Die ING kehrt damit von ihrer Strategie ab, hierzulande um jeden Preis zu wachsen. „Das Ziel von zehn Millionen Kunden ist für uns weniger wichtig geworden, auch wenn ich das weiterhin gerne erreichen möchte“, sagte Jue. „Es geht uns um eine engere Verbindung mit den Kunden. Wir brauchen profitables Wachstum, darum setzen wir jetzt voll auf Hausbankkunden.“ Aktuell hat sie 9,5 Millionen Kunden, die Commerzbank kommt laut eigenen Angaben auf 11 Millionen Privatkunden, Postbank und Deutsche Bank zusammen auf 19 Millionen. Die ING spielt also in der gleichen Liga. Doch nur 2 Millionen nutzen sie auch als Hausbank – machen also mehr, als nur ihr Geld anzulegen. Diesen Anteil wollen die Holländer nun steigern.

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