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Anleihen, Aktien und Gold : Was ist sicher, was bringt Rendite?

Wie viel ist mein Geld noch wert? Die Deutschen haben das eigene Haus oder die eigene Wohnung als Geldanlage neu entdeckt Bild: dapd

Die Börse spielt verrückt: Staatsanleihen sind Risikopapiere. Der Euro steht am Scheideweg. Wo ist das Geld noch sicher?

          4 Min.

          Anleihen

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dass Staatsanleihen aus dem Euroraum nicht mehr sicher sind, ist seit dem vergangenen Jahr klar, als die Griechenland-Krise sich zuspitzte. Staatsanleihen können ein beträchtliches Risiko haben, teilweise fast so hoch wie das von Aktien. Wenn das Land pleitegeht, verlieren die Gläubiger oft mehr als 70 Prozent ihres geliehenen Geldes. Ähnliche Verluste drohen auch Aktienbesitzern bei einer Insolvenz des Unternehmens. Immerhin gibt es für die höheren Risiken auch wieder einen höheren Zins. Wer an Italien glaubt, kann derzeit immerhin fast sieben Prozent im Jahr verdienen – aber eben nicht mehr risikolos.

          Es gibt auch noch solide Staatsanleihen. Bundesanleihen sind das derzeit, aber auch das kann sich ändern, wenn Deutschland für andere Euroländer voll haften muss. Außerhalb des Euro-Gebietes sind zum Beispiel die Schweiz, Norwegen und Schweden sicher. Hohe Renditen darf man aber hier nicht erwarten, zudem gibt es Währungsrisiken. Und wenn der Euro-Raum kränkelt, werden auch diese Staaten zum Teil betroffen sein.

          Außerhalb Europas lohnt sich etwa ein Blick nach Australien, Neuseeland und Kanada, die eine viel geringere Staatsschuld haben als die europäischen Länder. Aber Währungsrisiken gibt es natürlich auch hier. Schwellenländer-Anleihen bieten viel Zins, geringere Schuldenstände und wachsende Volkswirtschaften, dafür sind die politischen Risiken nicht zu unterschätzen. Dennoch gehören diese Staaten ebenfalls ins Anleihendepot. Genauso wie Firmenanleihen. Seriöse Unternehmen bieten teilweise eine höhere Sicherheit als Staatsanleihen

          Sicherheit: gering bis hoch

          Renditechance: klein bis mittel

          Aktien

          Die als so riskant verschriene Anlageklasse kann solider sein, als mancher denkt, und auch noch Geld einbringen. Es sind nicht die konjunkturabhängigen Aktien wie Auto- und Maschinenbauer. Aber die defensiven Werte, die von einer Rezession nicht so getroffen sind. Also Nahrungsmittelhersteller wie Nestlé, Gesundheitskonzerne wie Fresenius oder Fresenius Medical Care oder Konsumgüterhersteller wie Unilever.

          Sie erwirtschaften stabile Einnahmen ohne allzu große Schwankungen, auch ihre Aktienkurse bleiben recht stabil. Ihr Insolvenzrisiko ist kleiner als das mancher Staaten. In der Regel zahlen sie auch noch überdurchschnittlich hohe Dividenden – und das sehr verlässlich über viele Jahre. Es gibt Unternehmen, die seit Jahrzehnten ihre Ausschüttung fast nie gesenkt haben. Manche als defensiv geltende Aktie ist aber erstaunlich riskant. Etwa Pharmaaktien, deren Kurs kräftig einbrechen kann, wenn ein wichtiges Medikament keine Zulassung bekommt. Oder deutsche Versorger wie Eon und RWE, deren Aktienkurse in diesem Jahr sehr unter dem Atomausstieg leiden.

          Sicherheit: mittel bis niedrig

          Renditechance: mittel bis hoch

          Gold

          Das Edelmetall gilt als die sicherste Form der Geldanlage. Denn selbst in der größten Krise gibt es dafür Käufer – basierend auf jahrhundertelangem Vertrauen in die Werthaltigkeit. „Sicher“ heißt hier allerdings nur, dass Gold nicht wertlos wird. Aber es kann durchaus an Wert verlieren. Selbst in unruhigen Zeiten, in denen es normalerweise gefragt ist. So geschieht es derzeit: Seit August hat sich der Goldpreis kaum verändert, obwohl die Euro-Krise sich deutlich zugespitzt hat. Denn Goldbesitzer sind auch normale Anleger, die mit anderen Wertpapieren Verluste erlitten haben und als Ausgleich dafür ihre gewinnbringenden Goldbestände verkaufen.

          Zudem gilt: Kommt es zu einer größeren Krise, haben Privatmenschen nicht mehr so viel Geld für Goldkäufe, weil ihr sonstiges Vermögen schrumpft – so geht etwas Auftrieb für die Preise verloren. Umgekehrt stieg in den vergangenen Jahren der Goldpreis gerade auch in guten Börsenjahren.

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