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Geldanlage : Frauen haben im Jahr 2019 das bessere Gespür bewiesen

Regelmäßig Geld in ETFs gesteckt, macht Dinge einfacher und das Ergebnis womöglich besser. Bild: Picture-Alliance

Eine Analyse von mehr als 806.000 Kundendepots der ING Deutschlands ergibt interessante Ergebnisse. So haben unter anderem weibliche Anleger das Geld erfolgreicher für sich arbeiten lassen als männliche Investoren.

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          Die Frage, ob Frauen die besseren Anleger sind oder Männer, wird oft gestellt. Aus wissenschaftlicher Sicht lassen sich beide Gruppen zumindest mit gewissen, als typisch geltenden Eigenschaften charakterisieren.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          So wird dem weiblichen Geschlecht gerne überlegteres Handeln gepaart mit Risikoscheu zugeschrieben. Während Männer über mehr Spontaneität und Risikofreude verfügen sollen. Und je nach Marktphase zahlt sich eine Wesensart mehr aus als die andere.

          In diesem Jahr haben viele risikobehaftete Anlagen deutlich an Wert zugelegt. Der Dax zum Beispiel kommt auf ein Plus von gut einem Viertel. Und dennoch waren offenbar Frauen erfolgreicher als Männer. Zudem schnitten jüngere Investoren besser ab als ältere. Dies ergibt jedenfalls eine Analyse der Direktbank ING Deutschland. Betrachtet wurden anonymisiert die Wertpapierdepots von gut 806.000 Kunden und deren durchschnittliche Rendite von Januar bis Ende November 2019.

          Durchschnittsrendite von 24 Prozent

          Die untersuchten Wertpapierdepots haben demnach im Durchschnitt eine Rendite von rund 24 Prozent erbracht. Weibliche Privatanleger waren mit einem Ertrag von durchschnittlich 24,11 Prozent einen Hauch erfolgreicher als männliche mit 23,5 Prozent. Frauen wiesen dabei in dieser Zeit mit 25 Prozent einen recht hohen Anteil von Fonds in ihren Depots auf.

          Männern kamen nur auf 18 Prozent. Letztere setzten dafür stärker auf Einzelaktien. So betrug der Aktienanteil in den männlichen Depots 60 Prozent. In den Portfolios der Frauen waren es dagegen etwa 53 Prozent. Damit machten Aktien für beide Gruppen die jeweils absolute Mehrheit im Depot aus.

          Der Aktienanteil insgesamt betrug 57,5 Prozent. Börsengehandelte Indexfonds (ETF) kamen auf 15 Prozent und Fonds auf 20,5 Prozent. Für Anleihen waren es 5 Prozent. Die Kunden von ING Deutschland sind damit sehr aktienaffin. Laut Deutschem Aktieninstitut besaßen zuletzt im Durchschnitt 16 Prozent der Deutschen im Alter von 14 Jahren an Aktien oder Fonds.

          Jüngere Anleger haben die Nase vorn

          Laut ING-Analyse haben zudem jüngere Investoren das Geld erfolgreicher angelegt als ältere. Am besten schnitten 26- bis 35-Jährige ab, die es durchschnittlich auf eine Rendite von 26 Prozent brachten. Die in dem Vergleich am wenigsten erfolgreiche Altersgruppe der mehr als 75 Jahre alten Anleger kam immerhin noch auf 22 Prozent. ETF sind vor allem unter den jüngeren Anlegern beliebt gewesen. Ältere scheinen dagegen klassischere Anlagen wie Aktien oder Anleihen zu bevorzugen.

          Unter den größeren Städten besonders gut abgeschnitten haben Münster mit einer durchschnittlichen Rendite von 28,6 Prozent sowie Berlin mit 25 Prozent. Auf mehr als 24 Prozent brachten es zudem Stuttgart, Karlsruhe, Mainz, München und Frankfurt. Am wenigsten erfolgreich waren dagegen Anleger in Dresden (23,2 Prozent) und unter den Bundesländern in Schleswig-Holstein (22,5 Prozent).

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