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Neue Gesetze : Ab Juli zahlt der Staat mehr Geld für Kinder

Durch das Kindergeld steigen laut einer Studie die Chancen, dass ärmere Kinder in eine Kita kommen Bild: dpa

Eltern erhalten 10 Euro zusätzlich für jedes Kind. Auch die Renten steigen. Dafür werden Briefmarken teurer.

          Im Juli treten einige wichtige Gesetzesänderungen in Kraft. So steigt zum Monatswechsel das Kindergeld. 10 Euro erhalten Eltern zusätzlich für jedes Kind. Für das erste und zweite zahlt der Staat demnach monatlich 204 Euro, für das dritte 210 Euro und für das vierte und jedes weiter 235 Euro im Monat. Schon im Januar war eine Erhöhung des Kinderfreibetrags in Kraft getreten.

          Hendrik Wieduwilt

          Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.

          Mehr Geld gibt es auch am anderen Ende der Biografie: Ab 1. Juli bekommen die etwa 21 Millionen Rentner in Deutschland mehr Geld. In jedem Jahr wird der Wert der Rente zum Juli neu bestimmt. Die noch bestehenden Unterschiede in der Rente zwischen Ost und West sollen bis Juli 2024 schrittweise abgebaut werden. In den alten Bundesländern steigen die Renten in diesem Jahr nach Auskunft der Rentenversicherung um 3,18 Prozent, in den neuen Bundesländern um 3,91 Prozent.

          Der Rentenwert steigt damit in den alten Bundesländern von 32,03 Euro auf 33,05 Euro, in den neuen von 30,69 Euro auf 31,89 Euro. Damit erreicht der Rentenwert im Osten 96,5 Prozent des Westwerts. Eine im Westen erworbene Rente von 1000 Euro erhöht sich demnach um 31,80 Euro, eine im Osten erworbene Rente um 39,10 Euro. Die Kosten für die Rentenanpassung beziffert die Rentenversicherung auf 3,8 Milliarden Euro in der zweiten Jahreshälfte.

          Mehr Freiraum für Geringverdiener

          Ebenfalls Teil der Rentenreform ist ein Gesetz, dass Geringverdienern zum Monatswechsel etwas mehr Freiraum verschafft. Ermäßigte Beiträge zur Sozialversicherung zahlte bislang jeder, der zwar mehr als 450 Euro verdient, aber weniger als 850 Euro. Dieser Bereich der „Midi-Jobber“ reicht nun bis zu 1300 Euro.

          Das zusätzliche Geld lässt sich unter anderem in das Versenden von Briefen investieren: Das wird nämlich teurer. Ein Standardbrief kostet dann 80 Cent statt wie bisher 70 Cent. Eine Postkarte muss mit 60 Cent statt 45 Cent frankiert werden. Schon jetzt sind nach Angaben der Post Ergänzungsmarken für die alten Briefmarken erhältlich. Die Bundesnetzagentur hatte die Preisanhebungen kürzlich genehmigt (F.A.Z. vom 4. Juni).

          Am 2. Juli tritt zudem eine EU-Richtlinie in Kraft, die innerhalb des Umsetzungszeitraums für die Mitgliedstaaten von 2 Jahren zu einem Verbot für Einwegplastik führen soll. Ab dem 3. Juli 2021 sind Einweg-Kunststoffprodukte, die auch ohne Plastik hergestellt werden könnten, verboten. Das betrifft etwa Einwegbesteck, Strohhalme und Behältnisse für Fastfood.

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