https://www.faz.net/-hbv-8k7ih

Finanzplanung Mitte fünfzig : Wie Mann für seine Frau im Alter gut vorsorgt

Ein Mann ist keine Altersvorsorge. Deshalb sollten Frauen sich selbst um ihre Rente kümmern. Bild: Picture-Alliance

Frauen sind bei der Altersvorsorge oft viel schlechter gestellt. Unser Mustermensch Fazzi Indecks will nicht, dass es seiner Frau Sibylle auch so ergeht - und macht sich so seine Gedanken.

          Auf eines freut sich Fazzi Indecks am meisten, wenn seine Kur in Bad Iburg endlich vorbei ist: die Ruhe. Die Tage im Büro der Maschinenbaufabrik sind ein Idyll gegen die Nachmittage hier im Park der Kurklinik, wo sich zu jeder Gelegenheit eine schnatternde ältere Dame zu ihm setzt, um sich über ihr Leben und die Männer zu beklagen. Barbara aus Bottrop, Hildegard aus Harvestehude, Ingrid aus Iserlohn - sie alle haben so ihre Erfahrungen gemacht und vor allem eines gelernt in ihrem Leben: Ein Mann ist keine Altersvorsorge.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Vor allem Barbara aus Bottrop hat das Schicksal böse mitgespielt: Ihren Mann hat kurz vor seinem 65. Geburtstag ein Herzschlag getroffen. Nicht beim Golfspielen, wie andere Männer, nein, „bei Leibesertüchtigungen mit einer deutlich jüngeren Dame“, wie Barbara es ausdrückt. Was aber noch weit schlimmer war: Jene deutlich jüngere Dame, von der Barbara bis dato freilich nichts gewusst hat, hatte „der Lump“ auch noch als Bezugsberechtigte im Falle seines Ablebens in seine Lebensversicherung eintragen lassen. Barbara ging leer aus.

          Selbst ihr Häuschen im Grünen, welches das weiland frisch verliebte Ehepaar stolz gekauft hatte, ging nach des Lumpen Tod nicht etwa in den Besitz der gehörnten Gattin über. Weil er als alleiniger Eigentümer im Grundbuch eingetragen war, erbten sie und ihre drei Kinder es qua Gesetz gemeinsam. Und weil der Nachwuchs gerade selbst in die Familienplanung einstieg, drängten die Kinder Barbara alsbald aus dem Haus.

          Für Sibylle könnte es eng werden

          Und nun sitzt sie hier in Bad Iburg und versüßt sich die Kur mit reichlich Erdbeer-Sahne-Torte und Likör. Der gute Fazzi kommt ins Grübeln. Wird seine Sibylle auch einmal so enden und ihn nur noch als Lump bezeichnen? Wie steht es eigentlich um ihre Altersvorsorge?

          Von der gesetzlichen Rentenversicherung kann sie wohl nicht viel erwarten. Wie Barbara hat auch Sibylle zur Geburt ihres Sohnes ihre feste Anstellung aufgegeben und dann erst wieder als Aushilfe in der Mode-Boutique angefangen, als der Junge in die Schule kam. In den Jahren als Aushilfe hat sie nie etwas in die Rentenversicherung eingezahlt. Erst seit ein paar Jahren arbeitet sie wieder fest angestellt in der Boutique. In ihrem letzten Brief von der Rentenversicherung standen gerade einmal 900 Euro unterm Strich. Und Fazzis Sparkassen-Beraterin hat ihm vorgerechnet, dass sie sogar nur 720 Euro bekommt, wenn sie wie geplant nur bis 60 arbeitet.

          Für eine Altersrente ab 60, die es früher einmal gab, kommt Sibylle nämlich nicht in Frage. Und für den Ruhestand mit 63 hat sie zu kurz in die Versicherung eingezahlt. Volle Rente bekommt sie also, genau wie Fazzi selbst, erst mit 66 Jahren und 6 Monaten. Wenn sie schon 6 Jahre vorher aufhört zu arbeiten, fällt also nicht nur ihr Gehalt weg, die beiden müssen sich auch noch komplett Fazzis Gehalt teilen. Das könnte eng werden. Allerdings haben sie das ja auch früher schon geschafft, als der Junge klein war.

          Fazzi selbst fühlt sich ganz gut abgesichert für das Alter. Sein Leben lang hat er ordentlich verdient und reichlich in die Rentenversicherung eingezahlt. Laut dem jüngsten Brief der Rentenversicherung kann er sich auf eine Rente von 2300 Euro freuen, wenn er wie vorgesehen bis zum Oktober 2027 weiter arbeitet. Hinzu kommen ja auch noch die 150.000 Euro, die er in Indexfonds angelegt hat, und seine Kapital-Lebensversicherung, die ihm weitere 150.000 Euro verspricht, wenn er 65 Jahre alt ist.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.